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Einzelhändler klagen: Fünf-Euro-Scheine werden immer knapper

SPRINGE. Es ist nicht leicht, in Friedenszeiten ein Held zu werden, sagte der italienische Unternehmer Carlo de Benedetti mal. Er kannte den Springer Einzelhandel nicht! „Wer in der Alten Deister-Apotheke mit einem Fünf-Euro-Schein bezahlt, ist so etwas wie ein Held“, sagt Inhaber Wilko Struckmann augenzwinkernd.

Begehrt: Nicht überall bekommen Kunden diesen Schein. FOTO: RTM
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Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Die kleinsten Geldnoten sind in Springe äußerst rar. Das liegt daran, dass die meisten Banken sie nicht mehr ausgeben. Zum Unmut von Kunden und Einzelhändlern. Ein Überblick.

Überhaupt keine Fünfernoten mehr gibt es bei den Sparkassen in Springe – seit dem Umzug auch im Kundencenter am Oberntor nicht. Grund ist, dass die Automaten nur noch mit größeren Scheinen bestückt werden. Und auch der Schalter, an dem Kunden persönlich bedient werden, wird über die Automaten mit Geld versorgt. „Wir haben festgestellt, dass es den Kunden wichtiger ist, dass ständig Geld verfügbar ist“, sagt Pressereferentin Dagmar Lietz.

Und wenn die Automaten mit Zehn-Euro, 20-Euro-, und 50-Euro-Scheinen bestückt seien, wäre länger Geld verfügbar. Wer auf Fünf-Euro-Scheine angewiesen sei, könne die aber dennoch in Form von Bündeln à 100 Scheine bestellen. Oft gebe es auch einen Handbestand von Scheinen vor Ort.

Anders sieht es bei der Volksbank aus. Dort gibt es in der Filiale am Niederntor laut Informationen der Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Ina Suray, „definitiv noch Fünf-Euro-Scheine“. Anders sähe es in der SB-Filiale an der Militsch-Trachenberger-Straße aus. Dort würden die Automaten nicht mit den kleinsten Geldnoten bestückt, um mehr Bargeld vorhalten zu können. „Wo es eine starke Nachfrage nach Bargeld gibt, entscheiden wir uns häufig so, um zu verhindern, dass der Automat leer ist“, erläutert die Pressesprecherin.

Ähnliches Bild bei der Postbank in Springe: „An unseren bundesweit über 2300 Geldautomaten zahlen wir ausschließlich die Stückelungen 10 Euro, 20 Euro und 50 Euro aus“, sagt Pressesprecher Ralf Palm. Allerdings würden
5-Euro-Scheine am Schalter sowohl angenommen – als auch ausgezahlt, betont Palm.

Dennoch: Im Einzelhandel werden die Fünfer rar: „Bei uns gibt es schon mal Tage, an denen wir überhaupt keine Fünf-Euro-Scheine mehr haben“, sagt Struckmann. Allerdings sei die Lage noch nicht so angespannt wie in Gehrden, wo der Chef des Werbe- und Informationsrings Springe ebenfalls eine Apotheke betreibt.

Dort komme es häufig vor, dass aus der Apothekenkasse keine Fünfer mehr herausgegeben werden können. Struckmann fürchtet, dass sich auch in Springe die Situation verschärfen wird. Auch weil er generell den Eindruck hat, dass Bargeld unter Druck gerät. Neuen Zahlungsmethoden, wie etwa dem kontaktlosen Bezahlen, steht er wegen Datenschutzbedenken nicht unkritisch gegenüber. „Viel Kunden zahlen nach wie vor ohnehin lieber mit Bargeld.“

Diese Praxis wird aufgrund der Schein-Knappheit, schwieriger. Und der kleine Fünf-Euro-Schein, er macht manchen Kunden zum großen Helden.

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