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Philips: Interessensausgleich und Sozialplan regeln Umzug und Abfindungen für 110 Vertriebs-Beschäftigte

Einigung zwischen Betriebsrat und Management

Springe. Bei Philips haben sich Geschäftsleitung und Betriebsrat auf einen Interessensausgleich und Sozialplan geeinigt. Ende September soll die Vertriebssparte von Springe nach Hamburg verlagert werden. Betroffen davon sind 110 Mitarbeiter.

Autor:

Marc Fügmann

Ursprünglich war der Umzug bereits für Ende Juni vorgesehen. Dass er nun um ein Vierteljahr verschoben wird, wertet der Betriebsrat als Erfolg der wochenlangen Verhandlungen. Ebenso wie die weiteren Ergebnisse, die Vorsitzende Barbara Becker gestern gegenüber der Neuen Deister-Zeitung als „sehr fair“ bezeichnete.

Inhalt der Vereinbarung ist zum einen eine Regelung für Mitarbeiter, die ihrem Arbeitsplatz zwar folgen, aber nicht gleich ihren Wohnsitz verlegen wollen. Bis zu 24 Monate bezahlt Philips ihnen die tägliche Pendelei, beziehungsweise unter der Woche auch eine kleine Wohnung in Hamburg. Wer innerhalb des ersten Jahres ganz in die Hansestadt wechseln will, bekommt die Umzugskosten voll erstattet.

Beschäftigte, die nicht in Hamburg arbeiten wollen und deshalb aus dem Unternehmen ausscheiden müssen, können mit einer Abfindung rechnen. Dabei wird es nach Angaben von Firmensprecherin Katrin Böttcher eine Härtefall-Regelung für Mitarbeiter geben, denen ein Pendeln oder ein Umzug nicht zuzumuten ist, etwa weil sie in Springe einen nahen Angehörigen pflegen müssen oder alleinerziehend sind.

Einen finanziellen Aufschlag werde es bei den Abfindungen auch für ältere Beschäftigte geben. Alle anderen bekommen laut Böttcher 60 Prozent der für „Härtefälle“ festgelegten Summe.

Zu genauen Zahlen und insbesondere zum Gesamtvolumen des ausgehandelten Pakets wollten sich weder Arbeitgeber- noch Arbeitnehmerseite äußern. Es sei nämlich noch völlig offen, wer mit nach Hamburg geht. Die Belegschaft wurde schriftlich aufgefordert, sich bis zum 21. April zu erklären.

Becker machte deutlich, dass der Betriebsrat ungeachtet des Interessensausgleichs noch immer nicht die Notwendigkeit sieht, den Leuchten-Vertrieb nach Hamburg zu verlegen. „Aber wir müssen die Entscheidung der Geschäftsführung akzeptieren.“

Nach dem Abzug der Lighting-Sparte bleiben am Standort Springe noch knapp 200 Beschäftigte in der Sparte Technologie übrig.

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