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Eine Stadt im Jamie-Lee-Fieber

Springe. Was für ein Abend, was für ein Tag: Der Sieg der Bennigserin Jamie-Lee Kriewitz war das Thema in ganz Springe. Die NDZ hat sich umgehört in einer Stadt, die mit ihrem jüngsten und momentan größten Star mitfiebert.


Springe. Was für ein Abend, was für ein Tag: Der Sieg der Bennigserin Jamie-Lee Kriewitz war auch gestern d a s Thema in ganz Springe. Die NDZ hat sich umgehört in einer Stadt, die mit ihrem jüngsten und momentan größten Star mitfiebert. Und schon mal eifrig Pläne schmiedet.

„Das müssen wir feiern!“ – Den Auftritt von Jamie-Lee beim Eurovision Song Contest (ESC) im Mai würde Bürgermeister Christian Springfeld gerne bei einem großen „Public Viewing“ im Stadtgebiet verfolgen. Das Problem: die Kosten.

„Wenn wir Partner fänden, dann wäre ich sofort dabei“, sagt Springfeld. Auch aus den Ortsteilen habe er schon zahlreiche Angebote und Anfragen bekommen: „Ich hoffe, wir können da etwas auf die Beine stellen.“ Eintüten konnte der Bürgermeister gestern schon mal ein offizielles Glückwunschschreiben der Stadt an Jamie-Lee Kriewitz. Auch einen Eintrag der Sängerin ins Goldene Buch Springes hat er schon eingeplant – allerdings wohl erst nach dem ESC-Auftritt. „Dann vielleicht ja sogar als Siegerin...“, sagt Springfeld. Den Auftritt der 17-Jährigen am Donnerstag in Köln hat der Bürgermeister übrigens nicht live verfolgt – er hatte noch einen dienstlichen Termin.

Vor dem Fernseher hat dagegen Nicole Kriewitz gesessen: Die Mutter der Sängerin verfolgte die Show im heimischen Bennigsen vor dem Fernseher. „Wir freuen uns total und sind stolz auf Jamie-Lee“, sagte sie gestern. Mit ihrer Tochter habe sie noch am Abend nach dem Sieg telefoniert: „Ihr geht es natürlich richtig gut.“ Vater Michael Kriewitz hatte Jamie-Lee zum Auftritt begleitet.

Zu Wort gemeldet hat sich auch eine Springerin, die schon Gast war bei den ESC-Partys auf der Reeperbahn, von wo zuletzt die deutsche Punkteverteilung gesendet wurde: Olivia Jones sagte gestern der NDZ, sie habe sich für Jamie-Lee gefreut – und für Springe. „Unsere kleine Stadt ist vielleicht die erste, die in so kurzer Zeit zwei bunte Paradiesvögel hervorgebracht hat. Einen kleinen, der singen kann und einen großen, der besser beim Quasseln bleibt...“, so die Travestie-Künstlerin schmunzelnd: „Jamie Lee, ich wünsch‘ Dir viel Spaß, Glück und Erfolg.“

Dass die Bennigserin mit ihrem Auftritt beim ESC-Vorentscheid in Köln nicht nur die Herzen der jüngeren Zuschauer erobert hat, zeigt die 72-jährige Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt Springe, Helga Knipping: „Ich fand das richtig klasse. Ihre Art ist so natürlich, so unverkrampft“, schwärmt sie. Den englischen Text verstehe sie zwar nicht, der Modestil des Springer ESC-Stars sei aber so „interessant“, dass er Lust auf einen Kostümwettbewerb mache. Knipping wünscht sich eine große Party auf dem Marktplatz, bei der das beste Jamie-Lee-Outfit prämiert wird. Sie ist überzeugt, dass etliche Seniorinnen mitmachen: „Es sind doch auch ein paar andere so verrückt wie ich.“

Auch im Internet freuten sich viele mit der Bennigserin: „Unsere Jamie-Lee Kriewitz fährt nach Stockholm! Danke an alle, die sie unterstützt haben“, schrieb bei Facebook etwa der Gospel-Chor „Joyful Noise“ aus Hannover, bei dem Jamie-Lee singt, seit sie 12 Jahre alt ist. Ministerpräsident Stephan Weil nutzte ebenfalls das soziale Netzwerk, um sich zu freuen: „Erneut fährt eine Niedersächsin für Deutschland zum ESC. Das kommt uns doch bekannt vor...“ Die 17-Jährige selbst freute sich dort mit ihren Fans: Ich habe es geschafft! Ich danke allen, die für mich gevotet haben und mich unterstützt haben! Ganz ehrlich, ich habe keine Worte die ausdrücken könnten, wie glücklich ich bin!“

Dass die Bennigserin öffentlich häufig als Hannoveranerin läuft, sieht Bürgermeister Springfeld mit gemischten Gefühlen: Er könne verstehen, dass Springe bundesweit nicht jedem etwas sage: „Aber ich freue mich auch jedes Mal, wenn ich es höre oder lese.“

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