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Waldkindergarten beendet Engagement / Ziel: Sensibilisierung / Auch gefährdete Tiere dabei

Eine Schranke soll Springes Kröten schützen

Springe (zett). Wenn es dunkel wird am Industriegebiet, dann kommen die Amphibien. Zu tausenden überqueren sie Jahr für Jahr den Zufahrtsweg zur Deisterhütte und begeben sich dabei in Lebensgefahr. Um die kleinen Tiere kümmern sich momentan zum zweiten und letzten Mal die Jungen und Mädchen aus dem Waldkindergarten. Ab 2010 soll eine Schranke die Amphibien schützen.

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Auf der Internetseite www.waldkinder-garten.de gibt es eine beeindruckende Statistik: 4656 Tieren halfen die Kinder aus der Kita 2008 vom Krötenzaun aus über die Straße. In diesem Jahr sind es bereits 1075. „Uns geht es nicht darum, Rekorde aufzustellen“, sagt Bernd Schönebaum von der Elternschaft des Kindergartens – und wirkt trotzdem ein bisschen stolz, als er erzählt, dass alle Zahlen die Erwartungen um ein Vielfaches übertroffen haben. Unter den Tieren sind auch stark gefährdete Exemplare wie der Kammmolch.

Keine Kontrolle, keine Sanktionen

Doch das Engagement der Kita-Kinder und -Erzieherinnen ist endlich: „Sie machen das gerne – aber es ist eine Kapazitätsfrage“, sagt Schönebaum. Damit zu den bisher insgesamt gezählten 113 überfahrenen Kröten nicht noch mehr dazukommen, wollen die Tierschützer jetzt die Autofahrer sensibilisieren – und die Uneinsichtigen aufhalten. Denn bisher gilt rund um den Krötenzaun Tempo 10, Schilder warnen – und von abends bis morgens ist die Straße eigentlich gesperrt: „Aber das wird bisher nicht kontrolliert und auch nicht sanktioniert“, erklärt Schönebaum.

Eine Lösung soll jetzt die Schranke bringen, die den Weg zur Deisterhütte zu den gefährlichen Zeiten verschließt. Alle betroffenen Parteien hätten sich bei einen Termin im Winter grundsätzlich damit einverstanden erklärt, sagt Caspar Heinemann vom Umweltamt der Stadt. Sie sollen als Anlieger auch einen Schlüssel für das Hindernis bekommen. Die Schranke solle im Laufe des Jahres installiert werden. Auch ein Amphibientunnel sei geprüft worden, aus Kostengründen aber nicht machbar.

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Werner Sohns von den Naturfreunden Springe, die die Deisterhütte betreiben, sagte der NDZ, die Schranke sei „schon problematisch“, insbesondere wegen der Müllabfuhr und bei Veranstaltungen. Die regelmäßigen Mieter der Hütte seien informiert. Natürlich liege den Naturfreunden auch etwas an dem Schutz der Kröten, so Sohns. Deshalb will der Verein sich zusätzlich um einen neuen Parkplatz außerhalb des Waldes bemühen. Dann könnten die Autofahrer den Bereich des Krötenzaunes einfach umfahren.

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