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Stadt will Kosmetikunternehmen „Laverana“ aus Wennigsen locken / Aden plant mit Bison-Fläche

Eine Frage der Ehre – und der Gewerbesteuer

Springe (zett). Es wäre eine Frage der Ehre – und der Gewerbesteuer. Die Stadt Springe hat erneut die Fühler nach Wennigsen ausgestreckt, um gut 14 Jahre nach dem Paulmann-Clou wieder ein internationales Großunternehmen auf die andere Seite des Deisters zu locken.

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Dieses Mal geht es um den Naturkosmetikhersteller Laverana. Am Mittwoch wurde bekannt, dass der geplante Umzug des Unternehmens mit seinen 250 Mitarbeitern innerhalb Wennigsens nach vier Jahre langer Planung überraschend geplatzt ist. Grund: Das Gelände, an dem der größte Arbeitgeber der Stadt bauen wollte, stellte sich als zu klein heraus. Jetzt sucht die Stadt fieberhaft nach einer Alternative – während sich Rivale Springe schon in Stellung bringt. Man werde Laverana Flächen in der Kernstadt anbieten, erklärte Baufachbereichsleiter Hermann Aden gestern auf Anfrage der Neuen Deister-Zeitung. „Mir schweben zum Beispiel Teile der früheren Bison-Fläche an der Industrie- und Rathenaustraße vor.“ Es gebe aber auch weitere mögliche Areale, die man der Firma zeigen könnte, so Aden – hier seien aber noch Absprachen mit den aktuellen Eigentümern nötig. „Wir werden in den kommenden Tagen auf Laverana zugehen und uns ins Gespräch bringen“, kündigte Aden an. Es ist nicht das erste Mal, dass Springe an Laverana herantritt. Bereits vor gut zwei Jahren hatte Aden entsprechende Gedankenspiele angestellt; damals hatte die Stadt aber kein Angebot abgegeben. Doch hinter dem Werben um die Kosmetikfirma steckt mehr als nur ein Duell um Gewerbesteuern. Es ist auch eine Frage der Städte-Ehre. Denn schon einmal ist ein Unternehmen von Wennigsen nach Springe gegangen. Mitte der 1990er-Jahre war die Firma Paulmann auf der Suche nach einem Grundstück. „Sie war in Wennigsen auf verschiedene Hallen verteilt und wollte sich vergrößern, ist aber nicht fündig geworden“, erinnert sich Aden. Paulmann fragte bei der Stadt Springe an, die handelte schnell – und seit zwölf Jahren sitzt Paulmann in Völksen und zahlt hier Gewerbesteuern. Für Laverana-sprecherin Sabine Kästner sind alle Überlegungen „reine Spekulation“. Man wolle in jedem Fall in der Umgebung bleiben, erklärte sie auf Anfrage. Bis zum Baubeginn der Firmengebäude sollten auf keinen Fall mehr als zwei Jahre vergehen.

Der aktuelle Firmensitz von „Laverana“ in Wennigsen. Die Stadt Springe würde das Unternehmen gerne anlocken.

Foto: pr.

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