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Einbrüche in der Dunkelheit: Springer Polizei gibt Tipps

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Autor:

von katharina weißling und Saskia Helmbrecht

„Im September hatten wir nur einen versuchten Kellereinbruch, erfahrungsgemäß sieht das im Oktober wieder anders aus“, sagt Hartmut Retzlaff, Kriminalermittlungsdienstleiter bei der Polizei Springe.

Um vorzubeugen, rufen er und seine Kollegen zu größerer Aufmerksamkeit in der eigenen Nachbarschaft auf. Hinweise nehme die Polizei gerne entgegen, auch wenn nicht gleich ein Einbruch beobachtet worden sei. „So setzen wir manches Puzzle zusammen“, erklärt er. Bei einem Drittel aller Einbruchsmeldungen, denen die Polizisten zuletzt nachgegangen seien, habe es sich um Einbruchsversuche gehandelt.

Dass Wohnungsdiebe nicht scharf darauf sind, ihr Werk zu verrichten, wenn die Besitzer im Hause sind, sei allerdings kein Grund, sich zurückzulehnen. So nach dem Motto: Bei uns ist nichts zu holen. „Viele unterschätzen, wie sehr es psychisch belasten kann, wenn jemand in die eigene Privatsphäre eingedrungen ist.“ Selbst bei geringem materiellen Schaden könnten manche es nach einer solchen Straftat nur noch schwer in den eigenen vier Wändern aushalten.

Um Häuser und Wohnungen sicherer zu machen, empfiehlt die örtliche Polizei vorbeugende Maßnahmen. Erstens: Je wachsamer eine Nachbarschaft sei, desto weniger attraktiv sei sie für potenzielle Täter. „Wenn jemand auf dem Nachbargrundstück steht, der da nicht hingehört, einfach ansprechen“, rät Retzlaff. Im Zweifel auch mal ein Autokennzeichen notieren.

Effizienter als die Rollläden runterzulassen, um Einbrechern Hindernisse in den Weg zu legen sei es, sie tagsüber oben zu lassen und Lampen mit Schaltzeituhren zu versehen, um Anwesenheit vorzugaukeln. Auch helles Außenlicht schrecke Einbrecher ab.

Ein weiterer Tipp: auf das Verborgene achten. „Haustüren sind meistens viel besser gesichert als Terrassentüren. Dort aber schätzten Einbrecher den Sichtschutz, den die Bewohner sich bewusst aufgebaut haben. „Es ist für viele schockierend, wie einfach Geübte zum Beispiel auf Kipp stehende Fenster öffnen können“, spricht Retzlaff aus Erfahrung. Wer an der Rückseite eines Hauses also die Fenster auf Kipp stehen lässt und vielleicht noch die Gartenleiter am Apfelbaum als „Kletterhilfe“ stehen lässt, könnte dies im Nachhinein bitter bereuen.

Allen, die sich ohnehin mit Umbauplänen beschäftigen, legt Retzlaff die Beratung der Kollegen in Hannover nahe, um gleich so einbruchsicher wie möglich zu planen. „Die schauen sich entweder vor Ort an, wie es um die Sicherheit konkret bei ihnen zu Hause bestellt ist. Es gibt aber auch die Möglichkeit, sich dort in der Zentralstelle zur technischen Prävention anhand von Exponaten detailliert Sicherheitsmöglichkeiten zeigen zu lassen.“

Beide Angebote sind kostenlos. Wer in ein sicheres Zuhause investieren möchte, kann neben einem maßgeschneiderten Sicherheitskonzept sogar eine Liste von Fachfirmen bekommen. „Da müssen sie mit einem gewissen Vorlauf rechnen“, warnt Retzlaff und schlägt vor, sich bei Interesse an einem Ortstermin mit den Nachbarn zusammenzuschließen.

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