weather-image
30°

Einbruchszahlen: Springe bei Tätern beliebtes Ziel

SPRINGE. Es soll für Transparenz sorgen, bei Bürgern Ängsten entgegenwirken und zugleich an Einbruchschutz erinnern: Seit drei Monaten veröffentlicht die Polizei aktuelle Einbruchzahlen aus der gesamten Region. Ein Blick auf das Zahlenwerk zeigt, dass sich Springe längst als Zielscheibe für Einbrecher etabliert hat.

Schlecht gesicherte Fenster lassen sich mit einem normalen Schraubenzieher öffnen. Foto: Frank Rumpenhorst
Mischer

Autor

Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

18 Einbrüche gab es in der Deisterstadt seit Jahresbeginn. Der Blick auf die Statistik zeigt aber auch, dass Springe von seiner Randlage in der Region zu profitieren scheint. Eine Zwischenbilanz.

Mit Blick aufs gesamte Jahr steht Springe eigentlich ganz gut da: 2017 gab es statistisch nämlich 7 Einbrüche pro Monat. Bislang, Stand Mai, sind es nur 3,6 Einbrüche. Diese Zahl ist aber nicht sonderlich belastbar, weil die dunkle Jahreszeit für Einbrecher ohnehin viel lockender ist als das Frühjahr. Interessanter ist da aber schon ein Blick auf die absoluten Zahlen: 85 Einbrüche gab es im Springer Stadtgebiet 2017, ein Jahr zuvor hingegen waren es nur 44 Fälle – also schon ein ziemlich deutlicher Anstieg.

Deutlich scheint auch der Unterschied zwischen der Zahl der Einbrüche in Springe und der im benachbarten Pattensen zu sein: Dort ereignete sich bis jetzt (Stand 14. Mai) nur ein Delikt, in Springe waren es 17 mehr. Weniger deutlich fällt der Unterschied jedoch im Blick auf weitere Nachbarkommunen wie Wennigsen (12) oder Ronnenberg (19) aus. Dass in der Landeshauptstadt mit 425 Einbrüchen ein landesweiter Rekord aufgestellt wird, liegt wegen der großen Wohndichte und Einwohnerzahl auf der Hand – das Land ist sicherer als die Stadt. Generell ließe sich anhand der Analyse der Daten auch sagen, dass all jene Kommunen, die abseits der Autobahn 2 gelegen sind, stets weniger von Einbrüchen betroffen sind, als andere.

„Die Autobahnen werden von den Tätern oft als Fluchtwege genutzt“, weiß Kripo-Chef Hartmut Retzlaff. Kann aber gleichzeitig berichten, dass die Statistik nicht selten auch von Zufällen gesteuert wird. Im Vorjahr etwa hatte eine dreiköpfige Diebesbande die Deisterstadt unsicher gemacht – auf ihr Konto gehen allein 17 Taten, die Ermittler gehen davon aus, dass die Männer für weitere Einbrüche verantwortlich sind. Die konnten ihnen aber nicht nachgewiesen werden.

Dass in Pattensen in diesem Jahr nur zwei Mal eingebrochen wurde, schreiben die Ermittler ebenfalls dem Zufall zu. Immerhin waren Einbrecher dort 2017 immerhin 25 Mal aktiv.

Positiv ist, dass die Zahl der Einbrüche in Springe im Frühjahr deutlich zurückgegangen ist. Seit April haben sich nur zwei Wohnungseinbrüche ereignet. „Das ist eine ganz normale Entwicklung“, weiß Retzlaff: Nach der Zeitumstellung bleibt es länger hell und die Täter haben mehr Hemmungen. Skrupel haben die Einbrecher in der Regel auch, wenn sie merken, dass jemand im Haus ist.

Genau das hat nämlich in Eldagsen vor knapp zwei Wochen einem Eindringling die Tour vermasselt. Wie berichtet, hörte die Bewohnerin eines Hauses seltsame Geräusche an ihrem Fenster und klopfte von innen gegen die Scheibe. Das verschreckte einen Einbrecher, der von seinem Vorhaben abließ und flüchtete. So gesehen hat die Bewohnerin vorbildlich gehandelt.

Mit Blick auf die beginnende Ferienzeit an Pfingsten rät der Polizei-Experte Retzlaff Haus- und Wohnungsbesitzern generell, dafür zu sorgen, dass die Abwesenheit nicht sofort erkennbar wird, etwa mithilfe von Zeitschaltuhren, die das Licht steuern. Immerhin machen die Ermittler während der Ferienzeit statistisch einen erkennbaren Anstieg der Fallzahlen aus. „Sinnvoll ist es auch, die Nachbarn über die Dauer der Abwesenheit zu informieren.“ Wenn die etwas Verdächtiges beobachten, könnten und sollten sie dann sofort die Polizei verständigen, rät der Kripo-Chef.

In Springe plant die Polizei wieder einen Präventionstag zum Thema Einbruchskriminalität. Während der Veranstaltung sollen Bürger darüber informiert werden, wie sie sich am besten vor Einbrechern schützen können. Ein Termin für die Veranstaltung steht noch nicht fest.

Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare