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Brückenbau in Alvesrode: Die ersten nächtlichen Etappen sind vollbracht

Ein neuer Koloss aus Beton und Stahl

Alvesrode (ric). Oben die Bahn, darunter die Straße – und dazwischen 30 Bauarbeiter, die rund um die Uhr schuften. Bis gestern Morgen ist die Erneuerung der Brücke bei Alvesrode ein großes Stück vorangekommen. Der nördliche Teil ist abgerissen und durch einen neuen Betonkoloss ersetzt worden.

Nächtlicher Einsatz bei laufendem Bahnbetrieb: In der Nacht auf gestern leisten 30 Arbeiter einen Job unter Extrembedingungen. F

Der Zeitplan für Projektingenieur Alexander Karrasch und sein Team ist denkbar eng. In insgesamt 57 Stunden, verteilt auf das vergangene und das kommende Wochenende, arbeiten die Männer im Akkord, um das Millionenprojekt zu realisieren. Dabei ist Fingerspitzengefühl gefragt: Die neuen Walzträger in Beton sind je 26,5 Meter lang, 5,5 Meter breit und massige 430 Tonnen schwer. Und: Penible Vorarbeit ist notwendig, um das Einpassen der neuen Fahrbahn-Überbauten im vorgesehenen Zeitraum bewerkstelligen zu können. Auf der gesamten Breite haben die Arbeiter gerade einmal einen Zentimeter Spielraum. Würde etwas verkanten, brächte das den Zeitplan um Stunden durcheinander.

Die alte Querung stammt aus dem Jahr 1959 und entspricht längst nicht mehr den heutigen Anforderungen. Im Laufe der Zeit sollen sich bereits Risse gebildet haben. Erfahrungen konnten die Arbeiter in Hachmühlen machen – diese Art von Überbau ist selbst für die Fachleute Neuland, da aufgrund der beengten Situation kein Riesenkran aufgestellt werden kann.

Zum Abriss des alten Nordteils wurde die Fahrbahn übrigens mit Erde bedeckt, um Schäden auf der Bundesstraße 217 zu vermeiden. Anschließend mussten die ersten 200 Tonnen Bauschutt mit 15 Lastwagen-Fuhren zum Recyceln abtransportiert werden.

Enrico Braunert (li) und Andreas Bellag bereiten die Pressen am Widerlager vor.
  • Enrico Braunert (li) und Andreas Bellag bereiten die Pressen am Widerlager vor.

Wie berichtet, wird die Straße noch einmal komplett vom 1. April, 22 Uhr, bis 4. April, 5 Uhr, gesperrt. Zwischenzeitlich fällt jeder zweite Zug auf der Bahnstrecke aus. Die Strecke wird von Mai bis Oktober zudem von zahlreichen Güterzügen passiert.

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