weather-image
31°

Ehepaar um 5000 Euro betrogen

LÜDERSEN. Ein Ehepaar aus Lüdersen ist beim Verkauf ihres Autos um 5000 Euro betrogen worden. Der 24-jährige Käufer aus Bremen musste sich jetzt vor der Strafrichterin am Springer Amtsgericht verantworten. Der Mann erklärte, das Auto für seinen in Serbien lebenden Onkel gekauft zu haben

270_0900_33202_Amtsgericht_Springe_Innenhof_Foto_ric.jpg

Autor:

ANNE BRINKMANN-THIES

Gegen eine Geldauflage von 600 Euro stellte das Gericht das Verfahren ein.

Der Bruder seiner Mutter sei im Herbst 2015 zu Besuch in Deutschland gewesen und habe ihn beauftragt, ein Auto für ihn zu erstehen, berichtete der junge Mann vor Gericht. Insgesamt 15 000 Euro wollte der Onkel für eine Limousine bezahlen. Allerdings gab er seinem Neffen nach dessen Aussage lediglich 10 000 Euro in bar in die Hand.

Dieses Geld bekam dann auch das Ehepaar aus dem Bergdorf für ihren Wagen, der laut Kaufvertrag mit dem Angeklagten aber 5000 Euro teurer war. „Den Rest wollte der Mann in monatlichen Raten von 1000 Euro bezahlen“, erzählte die Lüderserin in ihrer Zeugenaussage vor Gericht. Und räumte ein: „Es war dumm von uns, darauf einzugehen“.

Als zum verabredeten Termin kein Geld auf dem Konto der Lüderser eintraf, nahmen sie Kontakt zu dem Käufer auf. Der berichtete von einem Motorschaden und erklärte, den Wagen wieder zurückgeben zu wollen. Das aber wollte das Ehepaar nicht. „Das Auto war beim Verkauf tipptopp in Ordnung“, erzählte die Lüderserin noch.

Weil sie aber Miteid mit dem jungen Mann hatten, der scheinbar neue Kosten mit dem Wagen hatte, gewährten sie im Aufschub und verabredeten eine Zahlung der ausstehenden 5000 Euro vier Monate später. Doch sie erhielten keinen Cent mehr. Sein Onkel habe das Geld eigentlich schicken wollen. Das sei aber nicht passiert, berichtete der Angeklagte.Und er habe den Onkel dann auch nicht mehr erreichen können.

Das Auto war nach dem Kauf einige Monate lang auf den Namen der Verlobten des 24-Jährigen angemeldet. Von der Mutter seiner vier Kinder lebe er aber jetzt getrennt. Er vermute, dass das Auto nun in Serbien sei. Angeblich sei es kaputt. Sein Mandant sei unschuldig, erklärte der Verteidiger. Er habe darauf vertraut, dass der Onkel die ausstehenden 5000 Euro an ihn bezahle, sodass er das Geld dann weiterleiten konnte. Das geschädigte Ehepaar kann nun immerhin auf die 600 Euro Geldauflage aus dem Strafverfahren hoffen. Dieses Geld steht ihnen zu. Auf die gesamte Summe hoffen sie noch nach einem zivilrechtlichen Verfahren.

Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare