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Bürgermeisterwahlkampf: Rechtsanwältin Silvia Jünke startet Vorstellungsreise durch SPD-Abteilungen

„Du solltest mich mal vor Gericht erleben…“

Altenhagen I (vob). Während sich die Konkurrenten Detlef Meine und Heinz Bähre bei ihrer Vorstellung in Altenhagen I etwas schwer getan hatten (NDZ berichtete), konnte Silvia Jünke dort jetzt viele Genossen von sich überzeugen. Damit hat die 47-jährige Rechtsanwältin aus Hemmingen eine weitere Hürde auf dem Weg zur Wahl als SPD-Bürgermeisterkandidatin genommen.

Silvia Jünke (vorn) erläutert den Genossen in Altenhagen, wie si

Der Zuspruch für sie fiel in der Versammlung deutlich aus – Beifall und zustimmendes Kopfnicken der Genossen machten dies mehr als einmal deutlich. Jünke präsentierte sich als erfahrene Kommunalpolitikerin und verwies auf ihre Funktionen als stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Hemminger Rat und als Vize-Ortsvereinschefin. Im Jahr 2001 sei sie erstmals selbst mit der Kommunalpolitik in Kontakt gekommen „und fand die damit verbundenen Aufgaben so spannend, dass ich mich dort selbst einbringen wollte“, erklärte die alleinerziehende, zweifache Mutter.

Die 47-Jährige berichtete den Versammlungsteilnehmern von ihren Besuchen in den einzelnen Ortsteilen Springes, wo sie sich ein Bild von Stadt und Einwohnern gemacht hätte. „Mir ist aufgefallen, dass Springe sich in vielerlei Hinsicht unter Wert verkauft“, so Jünke. Für die Stadtverwaltung wünsche sie sich ein „Prinzip der offenen Türen“, mehr Bürgernähe und funktionierende Strukturen: „Ich frage mich, wie jemand, der mit seiner Fraktion völlig zerstritten ist, vernünftige Arbeit für Stadt und Bürger leisten kann“, kritisierte sie mit Blick auf Amtsinhaber Jörg-Roger Hische und dessen politisches Umfeld.

Ortsvereinsvorsitzender Eberhard Brezski nutzte die Gelegenheit, sich nochmals klar hinter Jünke zu stellen und die Ende Oktober getroffene Entscheidung des Vorstands zu ihren Gunsten zu verteidigen. „Ich bin dafür von einigen Mitgliedern harsch kritisiert worden, man hat mir sogar Unfairness vorgeworfen“, räumte er ein. Die beiden anderen Bewerber hätten sich aber nun einmal nicht gut verkauft. Deshalb habe es sogar schon Stimmen gegeben, die gefordert hätten, lieber ganz ohne eigenen Bürgermeisterkandidaten anzutreten“, so Brezski. „Von einem Bürgermeister erwarten die Leute mehr als nur Sachkompetenz; er muss auch Begeisterung bei Parteimitgliedern und Bürgern wecken“, glaubt Brezski. Mit Jünke gebe es nun eine Bewerberin, die alle erforderlichen Eigenschaften mitbringe, so der Ortsvereinsvorsitzende.

Der Kommunalwahl 2011 sieht Brezski optimistisch entgegen: „Wir können gewinnen, wenn alle an einem Strang ziehen und einen guten Wahlkampf machen“, schwor er die Genossen ein.

Silvia Jünke wird sich bis zum Ende des Monats auch in den übrigen SPD-Abteilungen persönlich vorstellen, bevor dann am 30. November in einer Mitgliederversammlung offiziell ein Kandidat gekürt wird. Ob sie denn auch durchsetzungsfähig sei, wollte ein Genosse zum Abschluss wissen. Da musste die Anwältin nicht lange überlegen: „Du solltest mich einmal vor Gericht erleben…“

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