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Nold verärgert über Regionsverband

DRK-Chef hört zermürbt auf – kein Nachfolger

Springe (mari). Der Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Springe, Peter Nold, wirft das Handtuch. Das Amt sei zu zeitaufwendig, die Erwartungshaltung einiger aktiver Mitglieder zu hoch, begründet Nold. Der entscheidende Grund für seinen Rückzug jedoch ist der andauernde Ärger mit dem DRK-Regionsverband: „Das hat sehr an den Kräften gezerrt.“


Peter Nold trat vor zwei Jahren als Vorsitzender der 500 Mitglieder starken Rot-Kreuz-Gruppe an. Er wusste, dass die Aufgabe kein Zuckerschlecken sein werde. Schon 1996 war er in den erweiterten Vorstand aufgerückt und hatte die Mitgliederverwaltung übernommen. Drei Jahre später wurde er in den geschäftsführenden Vorstand gewählt. Als seine Mutter Elsa Nold – sie war 21 Jahre Vorsitzende – das Führungszepter vor drei Jahren an Helge Vera Habben weiterreichte, war Peter Nold bereits stellvertretender Vorsitzender. Deshalb richteten sich alle Augen auf ihn, als Habben wenig später aus persönlichen Gründen zurücktrat. Er sei damals als „Notnagel“ eingesprungen, sagt Nold: „Wir konnten ja nicht innerhalb von ein paar Wochen einen neuen Vorsitzenden aus dem Hut zaubern.“

Doch bei der Hauptversammlung am Donnerstag nächster Woche wird Nold nicht wieder kandidieren. Seiner Stellvertreterin Claudia Dziubek, Schriftführerin Silvia Luban und Kassiererin Ingrid Rielich habe er seinen Entschluss bereits vor mehreren Monaten mitgeteilt, sagt der Gestorfer. „Und ich lasse mich nicht mehr überreden. Das steht definitiv fest.“ Sein Wort gelte auch ungeachtet dessen, dass es bislang keinen Nachfolger gibt.

Neben Beruf und Familie könne er sich nicht so in die Vereinsarbeit stürzen, wie es einige Mitglieder gerne sehen würden, sagt Nold. Seine Mutter habe jahrelang „wahnsinnig viel Kraft und Zeit“ in das Ehrenamt investiert. „Dadurch hat sie die Messlatte sehr hoch gelegt.“

Mürbe gemacht hätten ihn aber vor allem die Auseinandersetzungen mit dem Regionsverband. Beide DRK-Gruppen wohnen im DRK-Zentrum An der Bleiche Tür an Tür. Das Haus wurde laut Nold in den 30er Jahren vom Ortsverband erbaut, später jedoch an den damaligen Kreisverband (mittlerweile Regionsverband) übertragen. Der Ortsverband möchte im Grundbuch Miesbrauch eingetragen haben, um langfristig abgesichert zu sein. Das lehne der Regionsverband jedoch kategorisch ab.

Ein weiteres Thema, das Nold zur Weißglut bringt: 70 Prozent des Mitgliedsbeitrages müssen an den Dachverband abgeführt werden. Das gilt auch dann, wenn ein Förderer freiwillig mehr zahlt. „Wir werden ausgelutscht!“

Die Mitglieder des DRK-Ortsvereins werden bei der Hauptversammlung neben Nolds Rückzug weitere bittere Pillen schlucken müssen: Die Öffnungszeiten des DRK-Kleidershops werden reduziert, die Ausflüge (bislang gab es vier Fahrten) vorerst gestrichen. Außerdem denkt der Vorstand darüber nach, sein Programm im Seniorenzentrum auszudünnen. Erforderlich seien die Maßnahmen, weil es zu wenige ehrenamtliche Mitarbeiter gebe.

DRK Springe: Jahresversammlung am Donnerstag, 17. März, um 17 Uhr im DRK-Haus An der Bleiche.

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