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Stadt weist Vorwürfe der Elternvertreter zurück

Diskussion ums Schulzentrum Nord

Springe. Wohin mit den Realschülern? Bei der Debatte um die Raumnot am Schulzentrum Nord werden die Gräben zwischen Stadt und Elternvertretern tiefer. Geht die Bauphase in ein viertes Jahr, müssten auch Gesamtschüler in die Hauptschule umziehen.


Springe. Wohin mit den Realschülern? Bei der Debatte um die Raumnot am Schulzentrum Nord werden die Gräben zwischen Stadt und Elternvertretern tiefer. Reinhard Schade, Bau-Chef im Rathaus, weist zahlreiche der Vorwürfe der Mütter und Väter energisch zurück. Klar ist aber: Geht die Bauphase in ein viertes Jahr, müssten auch Gesamtschüler in die Hauptschule umziehen.

Schade und Schulamts-Chefin Gabriele Tegtmeyer bestätigten gestern, man plane die von der Politik beschlossene Ausweichlösung am Ebersberg für vier Jahre. Ab dem Sommer sind aber nur noch drei Realschul-Jahrgänge übrig. Das bedeutet: Besteht die Raumnot auch im Sommer 2019 noch, müssten auch Gesamtschüler ausweichen. „Es wäre dann der Schule überlassen, ob sie Klassen oder einzelne Kurse auslagert“, sagt Tegtmeyer.

Das vierte Jahr, sagt Schade aber auch, sei erst mal nur eine Art Puffer: „Wir wollen lieber nicht zu knapp planen.“ Er wehrt sich gegen die Anschuldigungen, die Elternvertreter beider Schulen gegenüber der NDZ erhoben hatten. So hieß es, die Planungen für eine Containerlösung als Alternative zum Umzug seien überdimensioniert. Falsch, sagt Schade: Die Stadt habe sich nicht an den aktuellen und teils zu geringen Raumgrößen im Schulzentrum Nord orientiert, sondern an dem, was im Neubau geplant sei. Räume mit gut 60 Quadratmetern seien Standard für eine IGS. Die Vergleichsangebote, die die Eltern eigenständig eingeholt hatten, seien von nur 46 oder 47 Quadratmetern ausgegangen.

Auch den Vorwurf, die Stadt gehe bei der Instandsetzung der Hauptschultürme von zu geringen Kosten aus, weist Schade zurück: „Die 300 000 Euro für die Fluchttreppen sind belastbar.“ Die Türme selbst werden bereits genutzt und seien daher in einem akzeptablen Zustand. Dort seien höchstens kleinere Arbeiten wie ein Anstrich nötig.

Ob die teuren Fluchttreppen nach Auslaufen von Haupt- und Realschule noch gebraucht werden, stehe bisher noch nicht fest: Es habe Überlegungen gegeben, Gebäude und Grundstück zu verkaufen. Mit Blick auf die steigenden Flüchtlingszahlen könne man kaum voraussagen, wann welche Räume tatsächlich benötigt würden: „Außerdem sind auch die gemieteten Container später wieder weg.“ Ein Kauf sei zu teuer.

Die von den Eltern angeregte Nachnutzung bei der Sanierung der Schule in Bennigsen komme nicht infrage: „Die Arbeiten laufen ja parallel zum Schulzentrum Nord.“ Dass der Bebauungsplan für die IGS noch nicht umgesetzt ist, räumt Schade ein: Man habe nicht Geld und Personal einsetzen wollen, solange die Standortfrage nicht geklärt war.

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