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Ausrichter tun sich zusammen – und wollen zurück ins Zentrum / Feuerwerk gestrichen

Die Schützenfest-Retter

Vor 50 Jahren beim Schützenfest: 2017 richtet der Spielmannszug die Traditionsveranstaltung wieder aus. FOTO: NDZ-ZEITREISE
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

SPRINGE. Es ist ein Schritt, für den einige von ihnen lange gekämpft haben: Um das Springer Volks- und Schützenfest zu retten, haben sich die fünf ausrichtenden Vereine erstmals zusammengetan, um ein gemeinsames Rahmenprogramm zu erstellen. Es soll schon im nächsten Jahr greifen. Wichtigste Punkte: Das Fest wird auf drei Tage verkürzt – und soll langfristig zurück auf den Burghof.

Ausgerichtet wird das jährliche Fest im Wechsel von Jagdklub, Jägercorps, Schützengilde, Feuerwehr und Spielmannszug. Bestrebungen, gemeinsam als Veranstalter aufzutreten, hatte es in den vergangenen Jahren immer wieder gegeben. Sie waren jedoch von einzelnen Vereinsvertretern abgeblockt worden.

Vorbild für die neue Zusammenarbeit ist das Eldagser Freischießen: Dort haben die ausrichtenden Clubs einen gemeinsamen Schützenrat gebildet, der das Spektakel gemeinsam organisiert. Ein entsprechendes Gremium solle es in Springe aber zunächst nicht geben, sagt Christa Heinzel, Chefin des Spielmannszugs. Dieser tritt im kommenden Jahr nach wie vor als Veranstalter auf. „Es wird sich aber wohl im Laufe der Jahre etwas Ähnliches herausbilden“, glaubt sie.

Der erneute Vorstoß zur Zusammenarbeit war nach dem diesjährigen Schützenfest entstanden. Im Juni war das ausrichtende Jägercorps nicht nur über die teils mangelnde Resonanz der Bevölkerung enttäuscht; es gab auch Zwist unter den Ausrichtern. Man habe sich vor einigen Wochen mit den Vereinsvorständen das erste Mal im Kulturheim zusammengesetzt, um eine Kooperation auszuloten, sagt Heinzel. Schnell habe sich gezeigt, dass der Wunsch bei allen Beteiligten auf Gegenliebe stieß: „Wir wollen alle das Fest am Leben erhalten – und zwar zusammen und nicht mehr als Einzelkämpfer.“ Ziel sei es, die Veranstaltung nicht für die ausrichtenden Vereine attraktiver zu machen, sondern für alle Bürgerinnen und Bürger. „Da kann jeder Verein mit seinen Spezialisten zu beitragen.“

Mit der Zusammenarbeit soll auch das Programm-Flickwerk der vergangenen Jahre ein Ende finden: Immer wieder waren Tage gestrichen und wieder eingeführt worden, das Festessen wurde hin- und hergeschoben, Festwirte wechselten.

Nun habe man ein gemeinsames Konzept entworfen, sagt Heinzel: Festwirt Jörg Ahrend sei wieder engagiert worden – und habe sich schon positiv zur neuen Kooperation geäußert. Außerdem habe man sich entschieden, den „schwachen Montag“, wie Heinzel den vierten Festtag bezeichnet, zu streichen. Das Programm wolle man geballter auf die restlichen drei Tage verteilen. Wegfallen soll auch das Feuerwerk, für Heinzel ein „Zeltleerer“: „Danach waren die Leute dann weg, obwohl es noch Programm gab.“

Nicht aufgeben wollen die Ausrichter bei der Standortfrage (wir berichteten). Zwar werde man im kommenden Jahr wohl noch an der Harmsmühlenstraße feiern müssen, sagt Heinzel. „Aber das ist für uns alle ungünstig.“ Der Museumshof, wo das Fest von 2005 bis 2007 stattfand, sei attraktiver für Besucher – und sorge dafür, das Zentrum zu beleben, so Heinzel. Man wolle in jedem Fall versuchen, die Rückkehr zu schaffen. Das Fest war damals wegen Lärmschutz-Streitigkeiten mit Anliegern wieder ans Hallenbad gezogen.

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