weather-image
27°
Erster Octapharma-Bauabschnitt eingeweiht / Hunderte geladene Gäste feiern mit dem Unternehmen

Die Lieblings-Lagerhalle des Ministerpräsidenten

Von Markus Richter

Springe. Es ist ein Meilenstein für Springe: Im Beisein mehrerer hundert geladener Gäste – darunter Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff – wurde gestern der erste Bauabschnitt der Octapharma-Erweiterung eingeweiht. Es die wahrscheinlich teuerste Investition in der Geschichte der Stadt.

Beim Rundgang (v.l.) Hermann Aden, Wolfgang Marguerre, Jörg-Roge

Von Markus Richter

Springe. Es ist ein Meilenstein für Springe: Im Beisein mehrerer hundert geladener Gäste – darunter Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff – wurde gestern der erste Bauabschnitt der Octapharma-Erweiterung eingeweiht. Es die wahrscheinlich teuerste Investition in der Geschichte der Stadt.

Mehr als 110 Millionen Euro hat der Bau des fünfgeschossigen Verwaltungsgebäudes, des Hochregallagers und des Technikhauses samt Tunnel unter der Eldagsener Straße gekostet. Architekt Klaus Berndt lieferte gestern beeindruckende Zahlen: So haben täglich bis zu 220 Handwerker auf dem 19 000 Quadratmeter großen Gelände bis tief in die Nacht gearbeitet, um den Zeitplan trotz langer Frostperioden einzuhalten. Allein das Lager würde über die Hälfte des Hannoveraner Fußballstadions bedecken. 50 000 Kubikmeter Boden wurden in den vergangenen Monaten ausgehoben, 8650 Kubikmeter Beton gegossen.

Wulff lobte die Millioneninvestition als „richtungsweisende Entscheidung für den Standort Niedersachsen“, sprach von vorbildlichem familiären Unternehmertum und der schönsten Lagerhalle, die er je eingeweiht habe. Octapharma sei eine „unternehmerische Perle“ – wohl auch, weil der gigantische Bau ohne öffentliche Gelder über die Bühne gegangen ist.

270_008_4295384_1_1_.jpg
Ein wichtiger Tag für Springe und das Land Niedersachsen: Minist
  • Ein wichtiger Tag für Springe und das Land Niedersachsen: Ministerpräsident Christian Wulff und Octapharma-Firmenchef Wolfgang Marguerre bei der Einweihungsfeier der 110 Millionen Euro teuren Investition. Fotos: ric

Firmenchef Wolfgang Marguerre sprach Worte des Dankes an die Stadt aus und hob die unkonventionelle Art der Unterstützung hervor. Springe werde jetzt in einem Atemzug mit den anderen großen Produktionsstätten des Blutplasma-Verarbeiters genannt: Wien, Straßburg, Stockholm und Mexiko-Stadt.

„Heute haben wir die halbe Strecke zum Ziel absolviert“, sagte Geschäftsführer Dr. Gerold Rempeters. Das prunkvolle Verwaltungsgebäude mit seinen riesigen Glasfassaden wird seit vergangener Woche genutzt, im Sommer folgen die beiden anderen Gebäude. Rempeters erinnerte aber auch an die Diskussion in den Jahren 2007 und 2008 zur Standort-Entscheidung. „Es war eine heiße Phase des Kampfes.“ Regionspräsident Hauke Jagau zeigte sich gestern versöhnlich: Die Diskussion habe Kraft gekostet, sei aber konstruktiv geblieben. „Diese Lösung stärkt den Standort“, ist Jagau überzeugt.

Tag der offenen Tür für alle Interessierten: Sonntag, 6. Juni, 13 bis 17 Uhr.

Die Chronologie des Baus:

Januar 2007: Octapharma stellt erste Erweiterungspläne vor, daraufhin beginnen Diskussionen über den Standort.

April 2008: Das Unternehmen übernimmt die Plasmaverarbeitungsgesellschaft (PVG), eine Tochter des DRK-Blutspendedienstes.

November 2008: Der erste Spatenstich erfolgt.

September 2009: Auf dem Erweiterungsbau wird Richtfest gefeiert.

Mai 2010: Einweihung des ersten Bauabschnitts, Bezug des Verwaltungsgebäudes. Fertigstellung der anderen Gebäude und des Tunnels bis Jahresende geplant.

Für 2011 geplant: Verdopplung der Kapazität auf 1,2 Millionen Liter Blutplasma.

Bis 2013: Etablierung von drei neuen Produktlinien für in Springe hergestellte Medikamente.

Bis 2014: Abschluss der Erweiterung und Beschäftigung von 250 Mitarbeitern (aktuell 156).

Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare