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Ab dem kommenden Jahr sollen Kinder mit Behinderungen regulär Grundschulen besuchen können

Die Inklusion kommt nach Springe – aber wie?

Springe (zett). Während in Springe der Streit um die Integrierte Gesamtschule unvermindert tobt, vollzieht sich still und leise eine weitere wichtige Veränderung in der heimischen Schullandschaft. Denn die soll ab 2012 unter dem Schlagwort der „Inklusion“ funktionieren.


Weil Deutschland ein Abkommen der Vereinten Nationen in Sachen Behindertenrechte abgesegnet hat, muss sichergestellt werden, dass Kinder wegen ihrer Behinderung nicht vom Unterricht ausgeschlossen werden. Außerdem, und das ist wichtig, sollen sie diesen Unterricht „gleichberechtigt mit anderen in der Gemeinschaft, in der sie leben“, besuchen.

Soll heißen: Alle Kinder sollen gemeinsam unterricht werden, es gibt keine Ausgrenzung mehr. Dafür gibt es aber bislang noch viele offene Fragen: Was kostet das alles? Gibt es mehr Mitarbeiter? „Klar ist bisher nur, dass das ganze Konzept im kommenden Jahr umgesetzt werden soll und dass es zunächst nur um die Grundschulen geht“, erklärt die zuständige städtische Fachbereichsleiterin Dagmar Wiese-Cordes.

Bislang gehe es außerdem lediglich um Kinder mit sprachlichen Entwicklungsverzögerungen – geistige Behinderungen sollen demnach erst später mit einfließen.

Die Region Hannover erarbeitet momentan ein Umsetzungskonzept, das zunächst für die Landeshauptstadt gedacht ist – von dem aber auch Springe profitieren soll. Beteiligt ist bei der Region unter anderem der Alvesroder Peter Stauß, den Wiese-Cordes in den kommenden Monaten noch zu einem Vortrag zum Thema bitten will.

Vorstellbar wäre in Springe laut Wiese-Cordes an verschiedenen Grundschulen Schwerpunkte zu bilden – so könne ein Standort beispielsweise auf Kinder mit Hörproblemen spezialisiert werden.

Am 31. März soll es mit der Arbeitsgruppe der Region und den Umlandkommunen ein Informationsgespräch zum aktuellen Umsetzungsstand des Inklusionskonzeptes geben. Durch die UN-Konvention haben Kinder mit Behinderungen eigentlich schon seit 2009 einen Rechtsanspruch darauf, inklusiv unterrichtet zu werden.

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