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Das Otto-Hahn-Gymnasium engagiert sich für Flüchtlinge

Die größte Hilfsorganisation der Stadt

Springe. Eigentlich ist es nur konsequent, was sie tun: Das Otto-Hahn-Gymnasium trägt den Titel „Schule ohne Rassismus“. Und das, sagt Leiterin Kerstin Prietzel, „können wir uns nicht über die Tür hängen und dann nicht ernst nehmen“. Also engagiert sich das OHG für Flüchtlinge. Mit Benefizveranstaltungen, mit Aktionstagen, Kooperationen, Hilfsgütersammlungen, Sprachkursen.

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VON CHRISTIAN ZETT

„Unglaublich viel Engagement“ hat Prietzel festgestellt, im Kollegium, in der Schülerschaft. Um so bemerkenswerter erscheint ihr das, weil das OHG die einzige Schule im Stadtgebiet ist, die selbst nicht von Flüchtlingskindern besucht wird. Die Sprachhürde ist zu hoch, mutmaßt Prietzel.

Trotzdem will das Gymnasium sein Potenzial nutzten: die mehr als tausend Schüler, „wir könnten als größte Hilfsorganisation der Stadt durchgehen“, sagt Prietzel und lacht. Großer Vorteil bei der Unterstützung von Flüchtlingen: Sie kann niedrigschwellig sein, niemand muss sich wie in anderen ehrenamtlichen Bereichen groß dafür ausbilden lassen. Dass eine der Täterinnen des Brandanschlags von Salzhemmendorf in Springe wohnt, habe das eigene Handeln nochmal dringlicher gemacht, glaubt Prietzel.

Und so helfen sie, wo sie können: Das Deutschlern-Projekt, das das OHG zusammen mit den heimischen Rotariern angeschoben hat, solle ausgebaut werden, kündigt die Schulleiterin an. „Die Resonanz unserer Schüler ist riesig. Wir haben immer noch Helfer, die gerne mitmachen möchten, aber noch kein Patenkind haben.“

Im Oktober ist außerdem ein Projekt geplant, gemeinsam mit dem Nachbarschaftsladen Doppelpunkt. Ziel ist, die neu zugezogenen Springer vorzustellen, kennenzulernen. Schon vor den Ferien haben die Schüler die Flüchtlinge interviewt. Am 1. Oktober um 16 Uhr sollen in der Schule die Ergebnisse präsentiert werden.

Und es gibt noch mehr Pläne: Laut Prietzel laufen Gespräche über die Einrichtung einer Willkommensklasse. In einer Art Arbeitsgemeinschaft sollen Flüchtlingskinder besonders intensiv betreut werden und schnell in den deutschen Alltag hineinwachsen. „An vielen anderen Schulen gibt es solche Projekte schon“, sagt Prietzel. Für das OHG wäre das Mitmachen nur konsequent.

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