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Auftakt zur Lesereihe „Mord in der Region“ / Krimiautorin Susanne Mischke zu Gast auf dem Hermannshof in Völksen

Der Reiz am Spannenden und Ekeligen als Antrieb

Völksen (vob). In der Region Hannover kann man sich offenbar seines Lebens nicht mehr sicher sein – am Dienstagabend startete die neue Lesereihe „Mord in der Region“ auf dem Hermannshof in Völksen. Den Auftakt machte die bekannte Krimi-Autorin Susanne Mischke mit ihrem ersten Regional-Roman „Der Tote vom Maschsee“.

Susanne Mischke liest zum Auftakt der Reihe „Mord in der R

Am grünlichen Wasser des Maschsees geht ein Rentner mit seinem Hund spazieren und entdeckt eine Leiche. Julia Alexa Wedekin, Tochter aus gutem Hause und Jahrgangsbeste der Polizeihochschule, ist eben erst nach Hannover gezogen und wird an ihrem neuen Arbeitsort schon mit ihrem ersten Fall konfrontiert. Über ihre Unterstützung freut sich im Ermittlerteam jedoch nur einer: Hauptkommissar Völxen (!), ein eigenwilliger Brummbär, spekuliert darauf, dank der Verstärkung durch den Neuzugang endlich mehr Zeit für sein Hobby, die Schafzucht zu haben. Die anderen Kollegen von der Mordkommission, Fernando Rodriquez, raubeiniger Macho und Muttersöhnchen zugleich, sowie die kluge, aber unnahbare, ständig Zigarillos schmauchende Oda Kristensen haben hingegen ein skeptisches Auge auf „die Neue“ geworfen – ist der Fall nicht eine Nummer zu groß für die Kleine?

„Es ist der Reiz am Spannenden“

Die Zweifel scheinen nicht unbegründet: der Tote im Maschsee entpuppt sich als ein namhafter Psychiater, dem sein Mörder symbolträchtig die Zunge herausgeschnitten hat… Nachdem die Zuhörer auf dem Hermannshof nach der einstündigen Lesung einmal tief durchgeatmet und sich ein wenig von ihrem Schrecken erholt hatten, waren sie herzlich eingeladen, Mischke mit ihren Fragen zu löchern. Eine Zuhörerin versuchte sich dabei in der Psychoanalyse: „Wenn man über Wasserleichen und herausgeschnittene Zungen schreibt, was arbeitet man damit ab?“ Susanne Mischke nahm’s ge-lassen: „Ich denke nicht, dass ich ein psychisches Problem habe. Es ist halt einfach der Reiz am Spannenden und manchmal auch am Ekligen, der mich bei meinen Krimis antreibt.“

Die 48-jährige Mischke lebt mit ihrem Sohn und ihren zwei Hunden in Bredenbeck. Die gebürtige Bayerin wohnte unter anderem in Berlin und Hessen, bevor sie die Liebe in die Region führte. Seit 1994 schreibt sie Bücher. Die ersten waren eher satirisch angehaucht. Schließlich hatte sie die Idee zu ihrem ersten Krimi „Mordskind“.

Mischkes Krimis gehören heute zu den beliebtesten in deutscher Sprache, werden auf Internetportalen wie www. krimicouch.de gelobt. Mehrere Jahre war die Bredenbeckerin Präsidentin der „Sisters in Crime“, einem Netzwerk von Krimiautorinnen und -leserinnen. Seit zwei Jahren gibt Mischke für den Völksener Zu-Klampen-Verlag eine Regionalkrimi-Reihe heraus. Außerdem schreibt sie Jugendkrimis für Mädchen, von denen der zweite jetzt unter dem Titel „Waldesruh“ erscheint.

Zudem soll „Der Tote vom Maschsee“ nicht ihr letzter Hannover-Krimi bleiben, der zweite kommt bereits im Herbst – Titel: „Tod an der Leine“.

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