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Verwaltungsspitze unter Druck: Jugendamt, Touristbüro und Stadtbibliothek sollen geschlossen werden

Der radikalste Sparvorschlag aller Zeiten

Springe (mf). Die Verwaltungsspitze hat gestern ein radikales Sparprogramm erarbeitet, das weit über alles hinausgeht, was es bisher an Konsolidierungsüberlegungen gab. Es sieht unter anderem die Rückgabe des Jugendamtes an die Region Hannover sowie die Schließung von Stadtbibliothek, Familienbüro und Touristinfo vor. Auch das Stadtmarketing und damit die Stelle von Stadtmanagerin Anike Fritz würde dem Rotstift geopfert.

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Bürgermeister Jörg-Roger Hische bestätigte am Abend entsprechende Informationen der Neuen Deister-Zeitung. Heute soll das hammerharte Sparkonzept der Politik vorgelegt werden. Am Nachmittag tagt die Haushaltskonsolidierungsgruppe.

„Uns ist dieser Schritt sehr, sehr schwer gefallen“, sagt Hische. „Vor allem die Rückgabe des Jugendamtes, für das ich jahrelang selbst gekämpft habe.“ Man müsse sich allerdings eingestehen, dass es wohl auch längerfristig bei einem jährlichen Defizit von 600 000 Euro bleiben werde, „weil die Region keinen einzigen Schritt auf uns zumacht“.

Die Verwaltungsführung ist bereit, sich praktisch auch von allen weiteren sogenannten freiwillige Leistungen zu verabschieden: Familienbüro, Stadtbibliothek, Tourismusförderung. Auch der Zuschuss für das Museum und somit die Finanzierung einer pädagogischen Arbeitskraft soll gestrichen werden.

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Hische will darüber hinaus an einer bereits im Herbst erstellten Sparliste festhalten: Auf ihr sind unter anderem die Schließung von Jugendzentren und Verwaltungsaußenstellen sowie Gebührenerhöhungen beim Hallenbad vermerkt.

„Wir haben keine andere Wahl, wenn der Rat von uns noch mehr Personalkosteneinsparungen verlangt“, sagt Hische. Die von dem Streichkonzert möglicherweise betroffenen Mitarbeiter seien noch nicht informiert worden, müssen sich nach Worten Hisches aber „derzeit noch keine allzugroßen Sorgen machen. Bislang sind das alles nur Ideen – nun ist die Politik am Zuge.“ Wie viele Mitarbeiter überhaupt betroffen wären und welches Einsparvolumen bei Umsetzung der Pläne erzielt werden könnte, soll nach Angaben Hisches kurzfristig ermittelt werden.

Auf der Schließungsliste der Stadtverwaltung: Jugendamt, Touristinfo und Stadtbibliothek.

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