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Alterspräsident prophezeit schmerzhafte Entscheidungen / Volker Gniesmer neuer Ratsvorsitzender

Der neue Stadtrat – bunt und blumig

Springe (mf). Es war eine nette Geste zum gemeinsamen Start in die Legislaturperiode: Mit je einer Rose begrüßten die Fraktionsmitglieder der Grünen gestern Abend ihre Kollegen der anderen Parteien zur konstituierenden Sitzung des neu gewählten Stadtrats. In dem 37-köpfigen Kommunalparlament hat sich viel verändert. „Die Zusammensetzung ist um einiges bunter geworden“, stellte Bürgermeister Jörg-Roger Hische (parteilos) beim Blick in die Runde fest.

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Neben den beiden großen Fraktionen von SPD und CDU mit jeweils 13 Mitgliedern sind da zunächst die auf sieben Sitze erstarkten Grünen. FDP-Ratsherr Harald Klotz hat sich mit Hendrik Bennecke (Freie Wähler) formal zu einer Gruppe zusammengeschlossen. Beide haben auf diese Weise mehr Mitspracherecht. Für sich allein bleibt damit nur Axel Seng. Er habe zwar probiert, sich als Dritter im Bunde den beiden anderen Einzelkämpfern anzuschließen, bekannte der Linke-Ratsherr offen – „aber sie wollten nicht“.

Ratsneuling Joachim Debor (Grüne), der als „Alterspräsident“ die Sitzung eröffnete, mahnte an die Adresse seiner Kollegen Fairness im Umgang miteinander an. „Ja zu politischer Auseinandersetzung, Nein zu Zank und Streit“, müsse die Devise sein. Die Stadt stehe angesichts der schwierigen finanziellen Situation vor großen Herausforderungen. Nur wenn der Rat auch nach außen Einigkeit demonstriere, könne er bei den Bürgern auf Verständnis für unangenehme Entschlüsse hoffen.

Die erste anstehende Entscheidung fiel zwar nicht einstimmig, folgte aber allen demokratischen Spielregeln. Bei der Wahl des Ratsvorsitzenden schlug SPD-Fraktionschefin Katrin Kreipe ihren Stellvertreter Volker Gniesmer vor. Die CDU brachte als Gegenkandidaten Jürgen Kohlenberg in Stellung. „Ein profunder Kenner der Ratsarbeit mit 20-jähriger Erfahrung“, warb Fraktionssprecher Wilfred Nikolay. Vergeblich: Kohlenberg musste sich mit nur 13 Stimmen geschlagen geben, Gniesmer kam bei einer Enthaltung und einem fehlenden Ratsmitglied auf Seiten der CDU auf 22 Befürworter. Bei der Wahl des stellvertretenden Ratsvorsitzenden lief für Kohlenberg dann alles glatt: Ohne Gegenstimmen wurde ihm das Vize-Amt übertragen.

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