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Springer Aktionsprogramm steht – jetzt soll die Politik nach Schwerpunkten suchen

Der lange Weg zur klimafreundlichen Kommune

Springe (ric). Lange wurde es beraten, viele engagierte Fachleute und Ehrenamtliche haben es ausgearbeitet, jetzt soll es der Rat absegnen: Das Springer Klimaschutz-Aktionsprogramm steht. Kern ist ein Maßnahmenkatalog, um die theoretischen Ansätze auch in der Praxis umzusetzen und die Ziele des Umwelt- und Ressourcenschutzes zu verwirklichen. Unterteilt sind die Vorhaben in drei Prioritäten. Ein Auszug:


¼ Viele Aktionen sollen von einem Klimaschutzmanager geleitet werden. Wie berichtet, wird der Rat gesondert darüber abstimmen, ob sich die Stadt diese zusätzliche Stelle finanziell erlauben kann. Der Experte soll in der Verwaltung Klimaschutzziele entwickeln und ihre Umsetzung begleiten. Im Haushalt soll nach den Vorstellungen Geld für Projekte bereitgestellt werden. Geplant ist die Einrichtung eines Runden Tischs für Biobrennstoffe und weitere Gesprächskreise, etwa für das Handwerk, für Bauherren und in Zusammenarbeit mit Kreditinstituten. Beraten soll der Manager zur Energieeffizienz bei Gebäuden und alternativen Fortbewegungsmitteln: So soll das sogenannte Carsharing, also das Teilauto (NDZ berichtete), auch als Dienstwagen für Verwaltung und Angestellte Springer Unternehmen zum Einsatz kommen.

Weniger Verkehr vor Schulen und Kitas

Werden öffentliche Einrichtungen neu gebaut, etwa die Kindertagesstätte in Eldagsen, soll das zukünftig im Passivhaus-Standard erfolgen. Weitere Akteure aus der Verwaltung, von Schulen, Vereinen und Politik werden bei Themen wie Stadtbegrünung, nachhaltigem Tourismus und der Anbindung der Bildungseinrichtungen an den öffentlichen Personennahverkehr ins Boot geholt. Mit der Aktion „Schulwege“ soll erreicht werden, dass der Bring- und Abholverkehr an Kindertagesstätten und Schulen reduziert wird. Vorstellbar ist etwa die Koordinierung von Fahrgemeinschaften. Auch soll das Fifty-Fifty-Energiesparprogramm an Schulen wieder eingeführt werden. Die Bildungseinrichtungen bekommen demnach die Hälfte des Geldes zur freien Verfügung, das sie eingespart haben, etwa bei Heizkosten oder Strom.

 Der städtische Fuhrpark soll nach den Ideen der Planer um eine Attraktivität reicher werden: E-Mobil-Dienstfahrräder. Gegründet werden soll auch ein Unternehmernetzwerk zur Energieeffizienz in kleinen und mittleren Unternehmen. Vereinen wird eine große Rolle für den Klimaschutz zugewiesen. Aus ihren Reihen soll ein Interessierter bestimmt werden, der die Energieeinsparung mehrerer Klubs überblickt und Tipps und Anregungen gibt. Ebenfalls denkbar: der Wettbewerb „Energieeinsparung in Vereinen“. Noch immer kostet etwa die Nutzung von Turnhallen oder Duschen viel Geld – Optimierungspotenzial ist vorhanden. Geprüft werden kann auch, welcher Standort sich in der Deisterstadt für eine Holzfeuerungsanlage anbietet: Der Fokus soll dabei auf die Untersuchung öffentlicher Grundstücke gerichtet werden, für die eine Wärmeversorgung mit festen Brennstoffen in Erwägung gezogen werden kann. Zu überlegen wäre demnach auch, dass die Stadt verpflichtet werden kann, bei jeder Heizungsmodernisierung in ihren Gebäuden zu prüfen, ob ein Umstieg auf Holzenergie oder ergänzend der Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplung infrage kommt.

Ž Auch bei den Maßnahmen, die in weiterer Zukunft angedacht sind, kommt der Klimaschutzmanager – sofern es ihn irgendwann in Springe geben sollte – ins Spiel: Er soll helfen, ein Zuschussprogramm für Familien umzusetzen, die „ökologische Standards unterschreiten“. Außerdem kann der Fachmann Rentnern helfen, Zuschüsse zu bekommen. Gefragt sind langfristig auch neue Konzepte in der Landwirtschaft und beim Verkehr. Letztere Idee hat aber eine niedrige Priorität, weil ein erheblicher finanzieller Aufwand zu erwarten ist. Ein Thema, das viele Betroffene interessieren wird – etwa die Anlieger des Schwarzen Koppelwegs: die Optimierung von Transportwegen zu Biogasanlagen. Geschaffen werden können auch Bio(erd)gas-Tankstellen und Beteiligungsmöglichkeiten für kleinere landwirtschaftliche Betriebe, die Interesse an Energiegewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen haben, aber deshalb nicht gleich eine eigene Anlage wollen.

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