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Internetbetrug nimmt in Springe zu / Zahl der Straftaten steigt an / weiter hohe Aufklärungsquote

Der Gauner von heute tummelt sich im Netz

Springe (ric). Gegen den Trend im Land und bei der Direktion Hannover sind die Straftaten im Bereich des Springer Polizeikommissariats im Jahr 2010 wieder angestiegen – insgesamt um 13 Prozent. Besorgniserregend sei der Zuwachs an Wohnungsdiebstählen, teilten die Beamten gestern bei der Veröffentlichung der Statistik mit. Und: Immer mehr Gauner weiten ihre Machenschaften im Internet aus. Insbesondere die Betrugsfälle sind deutlich angestiegen – gerade mit unbezahlter Ware: von 308 Meldungen vor drei Jahren auf aktuell 405.


Polizeichef Achim Bense sagte, auch er und seine Kollegen würden das Netz immer mehr als Recherchemöglichkeit nutzen. Oft agierten die Täter überregional, was auch moderne Fahndungsmaßnahmen erforderlich mache. Und: Immer häufiger werden Urheberrechtsverstöße angezeigt – vor allem bei Bildern in sozialen Netzwerken.

Die Gesamtzunahme der Straftaten hängt laut Kripo-Chef Hans-Eberhard Nolte auch von mehreren Serien ab: darunter einer Einbruchsreihe in Bennigsen und Lüdersen. „Wir gehen von einem überregionalen Täter aus“, sagt Nolte.

Straftaten gegen das Leben

Am Pfingstmorgen schießt ein 42-Jähriger aus Völksen wegen familiärer Probleme mit einer historischen Waffe in Richtung seiner Frau. Es ist der einzige Delikt dieser Art im ganzen Jahr. Die Frau bleibt unverletzt, der Täter wird am Amtsgericht wegen Bedrohung in Tateinheit mit Nötigung zu elf Monaten auf Bewährung verurteilt.

Sexuelle Straftaten

Unter den 13 Fällen im vergangenen Jahr ermittelt der Zentrale Kriminaldienst in Springe einen: Ein Exhibitionist hatte sich im Juli vor einer jungen Frau unsittlich entblößt – der 39-Jährige wird verurteilt. Alle anderen Vergehen werden in höherrangigen Dienststellen bearbeitet.

Rohheitsdelikte

Die Polizei verzeichnet einen Anstieg sogenannter Rohheitsdelikte: von 273 auf 285 Fälle – im Jahr 2008 waren es noch 234. 16-mal wurde wegen Raubes ermittelt. „Auch nehmen Fälle von Stalking innerhalb von Familien und anderen Beziehungen leicht zu“, hat Nolte festgestellt. 187 Anzeigen gingen wegen Körperverletzung ein.

Diebstahl

Der sehr niedrige Wert aus 2009 hat sich wieder relativiert: Die Diebstahlsdelikte nehmen um 26 Prozent deutlich zu (737 statt 585). Dafür werden seltener Wertgegenstände aus Autos gestohlen.

Weitere Straftaten

Die Zahl der Drogenverstöße steigt an. Mehr als jede zehnte Straftat fällt in diesen Bereich. Zwei 23-Jährige hatten im größeren Stil in Springe und Bennigsen mit Marihuana gedealt. Sachbeschädigung: 213, davon 81 an Pkw; Hausfriedensbruch: 34; Beleidigung: 52; Verstöße gegen das Waffengesetz: 13.

Aufklärung

Seit Jahren setzt sich ein erfreulicher Trend fort: Die Beamten können immer mehr Taten aufklären. Aktuell liegt die Quote bei 62,07 Prozent – gering ist sie traditionell bei Wohnungseinbrüchen – 9,4 Prozent. Die Polizei setzt stärker auf Prävention.

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