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Wegen Park-and-ride: Zentrale muss ihre Stellplätze aufgeben / Nur ein Wagen für die Kernstadt

Der Ärger der Taxifahrer am Bahnhof

Springe (ric). Schon vor Jahren entschied die Stadt mit den heimischen Beförderungsunternehmen: Am Bahnhof braucht Springe keine gesonderten Taxiplätze. Mit den Plänen für den Park-and-ride-Platz nimmt die alte Diskussion nun wieder Fahrt auf.

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„Wie stellt sich das die Stadt vor?“, fragt nun Marlis Voß, die nicht nur Inhaberin von Taxi Bode in Eldagsen, sondern auch Geschäftsführerin der Funktaxenzentrale ist. Wie berichtet, soll der ehemalige Bahnschuppen rechterhand des Bahnhofs neuen kostenpflichtigen Stellflächen weichen. Die sieben Plätze der Zentrale müssten weg und damit weicht die letzte Möglichkeit zur Personenbeförderung per Pkw. Bislang zahlt Voß für die Nutzung Miete. Jetzt fühlt sie sich übergangen. „Wir überlegen angesichts dieser Entwicklung, unseren Betriebssitz fernab des Stadtgebietes anzusiedeln – dann zahlen wir hier auch keine Gewerbesteuer mehr.“ Voß will nun Beistand beim Springer Ortsrat suchen. Sie zählt auf: „BZE, NKF, Haas und Lutherheim – überall dort hin wollen Bildungsschüler mit ihrem Gepäck.“ Weicht die Zentrale, müssen Kunden immer einen Wagen anfordern – und das kostet zusätzliche Gebühren.

Weiteres Dilemma: die Sache mit der Postleitzahl. Wer am Bahnhof als Auswärtiger ein Taxi ruft und dafür einen Anbieter unter 31832 sucht, der landet schon mal in Bennigsen oder Eldagsen. „Dann sagen wie den Kunden aber gleich, dass die Anfahrt teuer wird“, sagt Voß.

Weiteres Problem: In den zwölf Ortsteilen verkehren nur eine handvoll klassischer Taxis, in Springes Kernstadt ist nur ein einziges Fahrzeug zugelassen, die anderen sind beispielsweise Mietwagen, die sich nicht an die Tarifordnung der Region halten müssen und die Beförderung auch ohne Begründung ablehnen dürfen, weil sie nicht als öffentliches Verkehrsmittel gelten. Fahrpreise können dann zwar unter dem Tarif der Taxis liegen, dafür können Kunden aber nicht automatisch Service-Leistungen wie das Tragen eines Koffers verlangen.

In Springe gibt es übrigens nur einen einzigen Platz, der speziell für Taxis zugelassen ist: nämlich an der Fünfhausenstraße in der Innenstadt. Vor vielen Jahren, so heißt es in Insider-Kreisen, hatte niemand Interesse, am Bahnhof ein klassisches Taxi bereitzustellen. Immerhin: In den Plänen zur Umgestaltung des Bahnhofplatzes ist ein Taxi-Warteplatz vorgesehen – die Umsetzung wird aber noch sehr lange dauern. Fraglich auch, wer ihn nutzen soll.

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