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Vier Feuer an fünf Tagen: Brandstiftungsserie in Bennigsen setzt sich fort

„Das raubt uns den Schlaf“

Bennigsen/Springe (ric). Langsam aber sicher wird‘s den Anwohnern Bennigsens unheimlich zumute – binnen fünf Tagen hat es abends viermal Fälle von Brandstiftungen im Ort gegeben. Die Polizei ist sich inzwischen sicher: Ein Feuerteufel treibt im Schutz der Dunkelheit sein Unwesen.

Spuren der Verwüstung: Anfang Oktober steht dieser Container an der Straße „Am Kalkwerk“ in Springe heruntergebrannt

Hauptkommissar Joachim Eickmeyer und sein Team haben die Präsenz auf den Straßen erhöht, fahren abends verstärkt Streife. Das Problem: Der unbekannte Täter hinterlässt so gut wie keine Spuren. Er benutzt keine Brandbeschleuniger, die verkohlten Reste der Papiercontainer auszuwerten sei im Moment also nicht sinnvoll.

Und es gibt noch keine brauchbare Zeugenaussage. Eickmeyer vermutet, dass die Brände entweder mit Zigarettenkippen oder Feuerzeugen gelegt werden. Auf diese Weise könne sich der Täter aus dem Staub machen, bevor alles lichterloh in Flammen steht. „Dennoch sehen wir keinen Grund zur Beunruhigung“, sagt der Ermittler. Zumindest bislang bestehe keine Gefahr für die Anlieger. Die Tatorte würden sich ähneln und allesamt von Wohnsiedlungen entfernt sein.

Ortsbürgermeister Hartmut Rieck sagt hingegen: „Das Ganze bereitet mir schon Sorge.“ Er appelliert an seine Mitbürger, besonders in den Abendstunden die Augen offen zu halten und verdächtige Aktionen zu melden. Bei der Sitzung des Ortsrates am 30. März wird das Thema angesprochen. Rieck will dort die Einwohner Bennigsens sensibilisieren und ihnen raten, achtsam zu sein.

Für die Kameraden der Feuerwehr sind die Brände inzwischen ein echtes Ärgernis. „Das raubt uns den Schlaf“, sagt Sprecher Torsten Baxmann. Dennoch: Die Männer und Frauen würden jeden Einsatz mit gewohnter Routine erledigen, wenngleich es „frustrierend ist, absichtlich gelegte Brände zu löschen.“

Die Chronologie der Ereignisse: Die Serie von Brandstiftungen beginnt am 27. September in der Springer Kernstadt. An zwölf Orten brennen innerhalb weniger Wochen leicht entzündbare Bereiche, vor allem Altpapiercontainer. Die jüngsten Taten ereignen sich alle in Bennigsen:

Montag, 21. März, 22 Uhr: In einer Gartenkolonie am Seewiesenweg steht ein zwölf Quadratmeter großer Haufen mit Baumschnitt in Flammen. Die Feuerwehr geht mit zwei Atemschutztrupps vor. 25 Helfer sind im Einsatz.

Sonntag, 20. März, 19.12 Uhr: Auf dem Grundschul-Parkplatz brennen zwei Altpapiercontainer. Ein Anwohner löscht die Flammen, 16 Feuerwehrleute rücken zu Nacharbeiten aus.

Donnerstag, 17. März, 20.30 Uhr: In der Nähe des Schützenplatzes wird ein Container entzündet. Ein Verteilerkasten der Telekom gerät in Mitleidenschaft, fast 1000 Haushalte haben stundenlang keinen Festnetzanschluss, weil die Technik Schaden nimmt.

Montag, 3. Januar, 20 Uhr: An der Sebastian-Kneipp-Straße brennen zwei Container vollständig herunter.

Sonntag, 13. Juni 2010, 23 Uhr: Ein brennender Altpapiercontainer an der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße greift auf Bäume und Sträucher über. Die Feuerwehr löscht. Unklar ist, ob die Tat im Zusammenhang mit den später folgenden steht.

Die Polizei sucht Zeugen, sie sollen sich unter der Telefonnummer 05041/9429-0 melden.

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