weather-image
19°

Das Kanalproblem

Springe. Der neue Eigenbetrieb Stadtentwässerung, der seit Jahresanfang im Einsatz ist, will in den kommenden Jahrzehnten 100 Millionen Euro investieren. An rund 25 000 Stellen gebe es Schäden.

270_008_7844170_gulli_niederntor.jpg

Autor:

VON CHRISTIAN ZETT

Springe. Alles neu – zumindest auf dem Papier: Der Eigenbetrieb Stadtentwässerung ist seit Jahresanfang im Einsatz; kümmert sich als ausgegliederte Stadttochter um Kanäle und Abwässer. Und hat auch im neuen Jahr viele Löcher zu stopfen – im wahrsten Sinne des Wortes.

„Erhebliche bauliche und hydraulische Mängel“ bescheinigt Stadtentwässerungs-Chef Dieter Erdmann dem Springer Kanalnetz in seinem Jahresbericht. An rund 25 000 Stellen gebe es Schäden, durch die sogenanntes Fremdwasser in die Rohre eindringt.

Dazu kommen einzelne Ortsteile, in denen es besonders dramatisch aussieht: Gestorf hat die Stadt in den vergangenen Jahren für zig Millionen Euro saniert – jetzt steht vor allem Bennigsen auf dem Plan: Der Ort verfüge „immer noch nicht über ein Netz, das den gesetzlichen Mindestanforderungen entspricht“. Ein Problem ist das auch, weil ohne Ausbau größere Baugebiete wie die „Schille“ nicht angeschlossen werden können, ohne dass Überschwemmungen des Netzes drohen.

Gleichzeitig muss der Eigenbetrieb stadtweit auf demografischen Wandel und Klimaveränderungen reagieren: Weniger Einwohner bedeuten weniger Netzauslastung beim Schmutzwasser. Starkregen beansprucht das Oberflächen-Abwassernetz stark. Erdmann und sein Team wollen deshalb die Trennung beider System weiter vorantreiben: Insgesamt müsse die Stadt in den kommenden 30 bis 40 Jahren rund 100 Millionen Euro in diese Aufgabe investieren.

Ein Problem sind dabei auch die Kläranlagen in Springe, Eldagsen und Bennigsen: Sie sind alle mindestens 20 Jahre alt und technisch veraltet: Auch hier müsse Geld ausgegeben werden – mindestens 650 000 Euro im Jahr, „um den Investitionsrückstau langfristig aufzulösen“, so Erdmann.

Das städtische Kanalnetz ist lang – und kaputt: In den kommenden 30 bis 40 Jahren seien 100 Millionen Euro nötig, um es instand zusetzen, sagt der Eigenbetrieb Stadtentwässerung.Zett

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare