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Kinderschutzbund erhält von Ikea Hannover eine Möbelspende im Wert von 12 405 Euro für Flüchtlingskinder

Das große Packen

Springe. Britta Lehnhardt, Roswitha Prüssing und Sabine Homann vom Kinderschutzbund steht der Schweiß auf der Stirn. Gerade wuchten die drei Frauen ein schweres Paket aus einem Lkw, der bis zum Bersten mit allerlei Kartons gefüllt ist.

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von Jennifer Schüller

Dreimal sind sie heute von Springe nach Hannover gefahren. Dreimal zu Ikea auf dem Expo-Gelände und zurück. Und der 7,5-Tonnen-Laster war bei jeder Tour mit Regalen, Kinderbetten und allerhand anderem Mobiliar beladen – gedacht ist all das für die Flüchtlingskinder, die in Springe ein neues Zuhause finden sollen. Der schwedische Möbelriese hat alle Artikel – insgesamt 3,8 Tonnen im Wert von 12 405 Euro – an die Flüchtlingsarbeit des Springer Kinderschutzbunds gespendet. Ein Geschenk, dass Lehnhardt noch immer nicht so recht fassen kann.

„Es ist schon unglaublich“, sagt Lehnhardt. „Damit hätten wir nie gerechnet, als wir uns bei dieser Aktion beworben haben.“ Dass Lehnhardt und Co. überhaupt auf die Aktion aufmerksam wurden, verdanken sie Sabine Homann. Die Springerin arbeitet bei Ikea und war dort über einen Aushang des Unternehmens gestolpert, der darüber informierte, dass Ikea Projekte von Mitarbeitern unterstützt, die ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe tätig sind. „Für mich stand da sofort fest, dass ich unsere Arbeit vom Kinderschutzbund vorstelle“, sagt Homann. Noch am selben Tag hat sie sich mit Lehnhardt in Verbindung gesetzt, die ein Konzept schrieb. „Ich hab die Bewerbung dann montags abgegeben; Mittwoch hatten wir die Zusage“, sagt die Ikeamitarbeiterin. Als sie den Spendenbetrag gehört hat, sei sie fast vom Stuhl gefallen. Und ihre Kinderschutzbund-Kolleginnen gleich mit.

„Wir haben uns dann zusammengesetzt, den Ikea-Katalog durchforstet und eine Liste gemacht“, sagt Kinderschutzbundvorsitzende Roswitha Prüssing. Schreibtische, Matratzen, Bettwäsche und Kuscheltiere kamen auf den „Einkaufszettel“.

Am wichtigsten waren aber die Betten – ganz gleich ob Kinder-, Baby- oder Etagenbett. Denn Lehnhardt weiß, dass auch wenn viele Wohnungen schon gut möbliert sind – nicht unbedingt das Passende für Kinder vorhanden ist. „Erst vor ein paar Tagen haben wir eine Familie in Empfang genommen, die erzählte, dass eines der Kinder auf der Couch und ein anderes auf einer Matratze auf der Erde schläft“, sagt Prüssing. Nicht zumutbar, so die einhellige Meinung der Kinderschutzbundvorsitzenden und ihrer Kolleginnen. Ein eigenes Bett sei dann „Gold wert“, denn schließlich sei ein Bett in gewisser Weise so etwas wie ein Symbol für Zuhause.

„Wir kennen das doch alle. So schön Urlaub auch ist, am Ende freut man sich auf sein eigenes Bett“, sagt Lehnhardt. Für genau solche Fälle seien die Möbel gedacht. Lehnhardt wird in den kommenden Wochen und Monaten unterschiedliche Flüchtlingsfamilien besuchen, um sich ein Bild darüber zu machen, wo welche Artikel benötigt werden. Danach werden die Möbel verteilt. „Wir werden jetzt natürlich nicht alles auf einmal verteilen, sondern wirklich den Bedarf überprüfen“, sagt Prüssing. „So eine Spende ist einfach eine einmalige Sache.“

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