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48-Jähriger will in Gestorf den klassischen „Tanztee“ wiederbeleben / Einmalig im Umkreis

„Damit Opa mal mit Oma schwofen kann“

Gestorf. Wo haben die Männer in den 50er Jahren die schönen Frauen kennengelernt? „Beim Tanzen“, sagt Carsten Wende. Seit Jahren träumt der Springer davon, in Erinnerung an damals wieder „Tanztees“ anzubieten. „Eine gepflegte Veranstaltung, bei der der Opa die Oma unter den Arm klemmen und ausgiebig schwofen kann.“ Am 29. September wagt er einen Versuch: Er will an jedem letzten Sonntag des Monats im „Deutschen Haus“ in Gestorf aufs Parkett bitten.

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Marita Scheffler Redakteurin zur Autorenseite

Wende ist überzeugt: „Die Leute wollen wieder ehrliche, handgemachte Musik hören.“ Die Zeiten des Alleinunterhalters, der Dateien einlegt und Playback spielt, seien vorbei. Seit vier Jahren wird der 48-Jährige immer häufiger als Orgelspieler gebucht; für Familienfeiern genauso wie für Beerdigungen. Noten kann der Springer zwar nicht lesen, aber er hat mehr als 300 Melodien im Kopf. „Alles live, alles mit viel Spaß“, betont er.

Der Justizvollzugsbeamte suchte länger nach einem Ort, „für ein Tanzvergnügen für das ältere Publikum, das leider viel zu selten zu seinem Recht kommt“. Detlev Krüger, Chef des „Deutschen Haus“ in Gestorf, öffnete ihm sofort die Türen: „Unser Haus ist ideal dafür. Auch wegen seiner Lage.“

Laut Wendes Recherchen gibt es im weiten Umkreis kein vergleichbares Angebot. Der 48-jährige Musiker rechnet – langfristig – mit Gästen aus Hameln, Hildesheim und Hannover. Erstaunlicherweise hätten sich auch schon mehrere junge Paare nach den Terminen erkundigt: „Sie wollen einmal außerhalb der Tanzschule einen Walzer, Cha-Cha-Cha, Rumba, Foxtrott oder Quickstep testen.“

Das möchte ihnen Wende zu den Takten von Glenn Miller, James Last, aber auch Roger Whittaker, Engelbert und Bert Kaempfert ermöglichen. „Ganz klassisch“, sagt Wende. Und: „Andrea Berg gibt’s nicht. Da weigere ich mich.“

Nicht nur das Programm ist eine Besonderheit. Auch Wendes 30 Kilo schwere Böhm-Orgel „ist eine echte Rarität“. Wende und Krüger hoffen, dass sie bei der Premiere in einer Woche 30 Gäste zum Tanz auffordern können. „Später wären 50 Personen optimal“, meint Wende. „Bei nur zehn Besuchern wird es schwierig. Dann leidet die Atmosphäre.“

„Tanztee“: Premiere am Sonntag, 29. September, ab 15 Uhr im „Deutschen Haus“ in Gestorf. Eintritt frei.

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