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Christian Scholl aus Eldagsen ist versierter Segelflieger

ELDAGSEN/BISPERODE. Es ist ziemlich diesig an diesem Morgen überm Flugplatz des Luftsportvereins Hameln in Bisperode. Von Westen her ziehen Regenwolken heran. „Macht nichts“, sagt Christian Scholl und macht eines der zahlreichen Segelflugzeuge klar zum Start.

Christian Scholl ist der jüngste Segelflieger des LSV Hameln. Foto: Huppert

Autor

Christoph Huppert Reporter

Der 15-jährige Schüler aus Eldagsen ist begeisterter Segelflieger. „So ungefähr drei Jahre war ich alt, als mich mein Vater das erste Mal mitgenommen hat“, erzählt er. Mit 14 Jahren hat der Schüler dann einen Schnupperkurs beim Hamelner Luftsportverein gemacht und in diesem Jahr seinen ersten Alleinflug im Einsitzer absolviert.

„Erst fliegt man im Doppelsitzer mit Lehrer, dann im Doppelsitzer alleine mit Sprechfunkkontakt, ehe man auf den Einsitzer wechselt“, erklärt der junge Flieger mit Stolz in der Stimme. Um die Pilotenlizenz erwerben zu können, muss der Flugschüler die A-, B- und C-Prüfungen absolvieren, die jeweils aus einer theoretischen und praktischen Prüfung bestehen, wobei die praktische A-Prüfung aus den ersten drei Alleinflügen besteht. Die Krönung der Ausbildung sei dann der Erwerb einer „Segelflug-Piloten-Lizenz“.

Derzeit dreht der Nachwuchspilot am liebsten Platzrunden, mal Richtung Hameln, mal den Ith entlang Richtung Segelflugplatz Bremke. „Je nachdem ob von oben oder unten gestartet wird, was von der Windrichtung abhängt.“ Dabei sei das Landen in Bremke, falls nötig, durchaus „schwierig“.

Vor allem auf die gute Höheneinteilung bei der Landung komme es an. „Beim Landeanflug nicht nur in Bisperode braucht man ein gutes Raumgefühl“, sagt Christian, „aber das ist Gewöhnungssache.“

Die Ausbildung und der Erwerb des Flugscheins sei zwar anstrengend, aber machbar. „Da geht es um Aerodynamik, Meteorologie, Luftrecht, auch um Motorenkunde, da man ja auch mit Motorfliegern zu tun hat.“ Doch mit etwas Einsatz sei das alles zu schaffen.

Das Thema Angst ist für Christian kein Thema. Er weiß sich durch seine Fluglehrer über Funk immer gut geführt und genießt es, frei wie ein Vogel zu fliegen. „Dort wo die Geier kreisen, da geht´s rauf“, lächelt er und deutet auf einige Vögel, die überm Ith kreisen.

Einschränkungen hinsichtlich der Flughöhe gäbe es nicht. „Weil wir nach Sichtflugregel fliegen, wird bei Regen grundsätzlich nicht geflogen. Falls sich Regen aber nicht vermeiden lässt, weil man mal in einen Schauer gerät, dann muss man schneller als normal fliegen, da sich durch die nassen Tragflächen die aerodynamischen Eigenschaften des Flugzeugs verschlechtern.“

Sein Vater Ulrich ist stolz auf seinen Sohn. „Wir sind schon viel zusammen geflogen“, berichtet der 61-jährige Anwalt und Steuerberater. „Etwa mit einem befreundeten Flugkamerad in dessen Cessna nach Dänemark, oder auch in die Alpen.“ Das achtjährige Hündchen Daisy ist am Flugplatz immer dabei.

Die „Ithwelle“, ein besonderes meteorologisches Phänomen, dass die Bisperoder Segelflieger hoch hinaus führt, ist Christian allerdings noch nicht geflogen.

Vielleicht will er sein Hobby später zum Beruf machen, nach dem Abitur an der Christopherus-Schule in Elze zur Lufthansa gehen und Pilot werden. „Oder was in der Musikbranche machen“, sagt er. Den Segelflugsport aber will er auf jeden Fall weiter machen.

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