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Nachwuchs-Offensive: Finze findet Vorschlag gut / Brezski wittert Wahlkampf

CDU-Antrag sorgt für Kontroversen

Springe. Stadtbrandmeister Patrick Finze begrüßt den Vorstoß der CDU zum Start einer Nachwuchs-Offensive bei der Feuerwehr. Sein Kollege Florian Doege von der Ortsfeuerwehr Springe fordert indes, dass der Vorschlag konkreter wird. Und SPD-Fraktionschef Eberhard Brezski kritisiert die CDU-Idee scharf.

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Mischer

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Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Mit ihrer Forderung nach einer Bestands-Garantie für alle Ortsfeuerwehren und einer Nachwuchs-Offensive schlagen die Christdemokraten einen neuen Kurs beim Thema Feuerwehr ein: Zuletzt war es zwischen Fraktionschef Wilfred Nikolay und der Feuerwehr zu Streit über Einsparmaßnahmen gekommen.

Genau das reibt Brezski den Christdemokraten nun unter die Nase: „Ist das nicht der Fraktionsvorsitzende, der kleinere Ortswehren zusammenlegen will“, fragt er. Und poltert weiter: „Woher kommt der Meinungsumschwung? Seltsam – aber halt, ich vergaß: Wahlen stehen vor der Tür.“

Stadtbrandmeister Patrick Finze äußert sich sachlicher. Dass die CDU den Wehren 30 000 Euro für die Jugendförderung zukommen lassen will, hält er für sinnvoll. Einen Teil des Geldes in die Finanzierung von Führerscheinen zu stecken, wie von Nikolay vorgeschlagen, ist in seinen Augen auch richtig. Dabei geht er davon aus, dass die CDU PKW-Führerscheine fördern möchte. Und die kann man mit 18 Jahren machen. Die ältesten Mitglieder der Jugendfeuerwehr sind aber nur 16 Jahre alt. Finze kann sich trotzdem vorstellen, dass es für junge Leute ein Anreiz wäre, sich der Feuerwehr anzuschließen – wenn sie dort vergünstigt Führerscheine machen könnten.

Zu Engpässen kommt es bei den Wehren bisher nur bei den Fahrern, die schwere Einsatzfahrzeuge bewegen dürfen. „Bisher zahlt die Stadt drei bis vier Kameraden jährlich einen Führerschein“, sagt Doege. Das sei auch nötig: Ältere Fahrer gehen in den Ruhestand, neue müssten her. „Aber es können nicht alle Jugendlichen einen LKW-Führerschein bezahlt bekommen“, meint Doege. Nikolay müsse deshalb „erklären, wie er sich das vorstellt“.

Bei der Jugendabteilung der Springer Ortsfeuerwehr sind derzeit 25 Personen aktiv. Eldagsen kommt laut Erhebung auf 21, Alvesrode auf 15 Mitglieder. Doeges Bilanz: Die Feuerwehren seien beim Thema Nachwuchs „– noch – gut aufgestellt.“

Nikolays Vorschlag sieht vor, dass der Feuerwehrausschuss die Nachwuchs-Offensive genau ausarbeitet.

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