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Entscheidung zum Kita-Bau in Eldagsen sorgt für Grundsatzfrage: Ist der Ortsrat überflüssig?

Burmeister: „Klebe nicht an meinem Posten“

Eldagsen (jemi). Nicht immer gilt das Sprichwort Reden ist Silber, Schweigen ist Gold: Eldagsens Ortsbürgermeister Ralf Burmeister wünscht sich spätestens seit Ende vergangener Woche mehr Kommunikation innerhalb der eigenen Fraktion. Er sei enttäuscht, dass niemand aus der CDU mit ihm gesprochen habe, bevor die Entscheidung im Verwaltungsausschuss endgültig getroffen wurde, als es um die Standortfrage der neuen Kindertagesstätte Eldagsen ging.


Wie berichtet, hatten sich die Mitglieder des Gremiums für das Areal an der Hindenburgallee entschieden und gegen die Wallstraße – den Standpunkt, den der Ortsrat Eldagsen favorisiert hatte.

„Man kann wohl nachvollziehen, dass ich verschnupft bin“, sagt Burmeister. Ein Anruf vorab hätte die Angelegenheit deutlich entschärft. „Wenn man über die Dinge redet, kann man Entscheidungen besser hinnehmen – auch wenn man anderer Meinung ist“, erklärt Eldagsens Ortsbürgermeister. So fühle er sich übergangen. Fraktionschef Jürgen Kohlenberg weist den Vorwurf von sich und seinen Kollegen: „Er hätte sich natürlich auch bei uns melden können.“ Kohlenberg sei der Vorlage der Verwaltung gefolgt. Das Ergebnis sei seiner Meinung nach programmiert und somit alles andere als eine Überraschung gewesen.

Für Burmeister war das Votum für die Hindenburgallee aber vor allem schmerzlich, weil wieder deutlich geworden sei, dass der Ortsrat so gut wie keine Entscheidungskompetenz aufweise: „Was sollen wir denn Maßnahmen beschließen und im Anschluss kümmert das keinen…?“ Die Zukunft für Ortsräte sieht Burmeister in keiner Weise gesichert: „Meinetwegen können wir die auch abschaffen. Ich klebe nicht an meinem Posten.“

Er findet die Entscheidung des Verwaltungsausschusses nach wie vor falsch. Neue Baugrundstücke zu erschließen ist Burmeisters Meinung nach unsinnig, solange die Klosterstraße noch nicht komplett bebaut sei. „Ich bin mir nicht so sicher, dass sich die Wallstraße so einfach vermarkten lässt“, sagt der Eldagsener.

Die Verwaltung hatte in diesem Zusammenhang argumentiert, dass sich der Bau auf lange Sicht an der Hindenburgallee kostengünstiger gestalten lasse. Außerdem würde sich das Grundstück an der Wallstraße gut für diverse Zwecke eignen, sagt Baudezernent Hermann Aden: „Die Vorteile, die für die Kita gezählt hätten, wie die zentrale Lage oder die gute Anbindung, greifen auch für andere Einrichtungen, die dort entstehen könnten.“ Möglich sei etwa eine Wohnanlage für Senioren. Man müsse aber sehen, wie sich der Wohnungsbaumarkt entwickeln werde. „Was tatsächlich mit dem Bauland passiert, das immerhin knapp 10 000 Quadratmeter umfasst, ist zu diesem Zeitpunkt noch Zukunftsmusik“, sagt Aden.

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