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Bürgerkaufhaus soll im April starten

Springe. „Hier entsteht in Kürze das Springer Bürgerkaufhaus“: Die Vorfreude ist Uwe Lampe anzusehen, als er die Hinweisschilder an die Türen des früheren Plus-Marktes am Niederntor klebt.


Springe. „Hier entsteht in Kürze das Springer Bürgerkaufhaus“: Die Vorfreude ist Uwe Lampe anzusehen, als er die Hinweisschilder an die Türen des früheren Plus-Marktes am Niederntor klebt. Seit gestern brennt im Gebäude Licht, mehrere Ehrenamtliche arbeiten mit Pinsel und Farbe darauf hin, dass das Geschäft im April eröffnen kann.

In anderen Städten heißt es „Fairkauf“, „Soziales Kaufhaus“ oder auch „Zweiter Markt“ – in Springe möchten Lampe und seine Helfer ein „Bürgerkaufhaus“ etablieren, in dem sowohl sozial Schwache als auch Familien der Mittel- und Oberschicht nach Gebrauchtwaren stöbern können. Bedürftige müssen allerdings nichts bezahlen, wenn sie einen Nachweis vorlegen können.

Lampe und seine Unterstützer haben fast ein Jahr in die Vorbereitung investiert und Ende November einen Trägerverein für das Projekt gegründet. Mittlerweile hält der Springer die Schlüssel für das 600 Quadratmeter große Ladenlokal am Niederntor, zu dem auch ein 140 Quadratmeter großes Lager gehört, in den Händen. Seit vergangener Woche steht auch die Liste mit den Mitarbeitern.

Das Erstaunliche: Sowohl die vier Ein-Euro-Jobber als auch die vier Personen, die das Jobcenter Springe über das Programm „Soziale Teilhabe“ für das Projekt ausgewählt hat, haben sich bereit erklärt, die Räume ehrenamtlich zu renovieren. Ihr Beschäftigungsverhältnis beginnt erst im April, „sie möchten sich aber schon jetzt einbringen“, lobt Lampe. Gestern haben sie zusammen mit dem gelernten Maler und Lackierer vom Trägerverein einen Einsatzplan erstellt.

Die Kaufhaus-Pläne werden auch von der Stadt unterstützt. Sie hat zugesagt, dem neuen Markt ihre vier Möbellager-Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen. Das bisherige Möbellager auf dem Schaper- und Hunke-Gelände soll spätestens Ende des Jahres komplett aufgegeben und ins Bürgerkaufhaus integriert werden.

In dem „Laden für alle Springer“ soll es außer Möbeln auch Textilien und Haushaltswaren geben. Mit den Öffnungszeiten möchte sich der Trägerverein an den umliegenden Geschäften orientieren. Lampe: „Wir möchten montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr sowie samstags bis zum Mittag für unsere Kunden da sein.“

Dass das Projekt von den heimischen Geschäftsleuten begrüßt statt beäugt werde, beweisen aus seiner Sicht erste Spenden, mit denen das Projekt aus dem Händlerkreis unterstützt werde.

Gebrauchtwaren kann Lampe dagegen noch nicht entgegennehmen: „Derzeit können wir noch nichts lagern und müssen deshalb alle Spender bis zur Eröffnung vertrösten.“ Ehrenamtliche Hilfe ist dafür umso wichtiger: Um das Projekt langfristig stemmen zu können, sei sein Team auf weitere Helfer angewiesen, so Lampe.

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