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Buchvorstellung mit Prinz Heinrich Hannover

SPRINGE. Die Hofdamen des „hannöverschen Traditions-Corps“, die mit ihrem Vorsitzenden Reinhold Fischer in den großen Saal des Ratskellers gekommen sind, verleihen der Veranstaltung reichlich royalen Glanz.

Fühlen sich im Kreis der Hofdamen pudelwohl: Autor Alexander Dylong (2. v. re.) und der Vorsitzende des „hannöverschen Traditions-Corps“, Reinhold Fischer (2. v. li.). Foto: eaw

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Christoph Huppert Reporter

Als Verleger ist sogar Prinz Heinrich Hannover anwesend, in dessen Göttinger Matrix Media Verlag das Buch über die letzte Königin von Hannover erschienen ist.

„Wir haben diesen Ort gewählt, weil Königin Marie gegenüber auf dem Platz des heutigen Springer Amtsgerichtes ein Gut hatte, das sie dann ihrer Tochter vermacht hat“, erklärt Rolf Brings, der erste Vorsitzende des Fördervereins für Stadtgeschichte. Dem 79-Jährigen ist es in einer Gewaltleistung gelungen, viele Gäste nach Springe zu holen, die nicht nur den in drei Abschnitte geteilten Vortrag von Autor Alexander Dylong erleben, sondern auch die von Prof. Günter Katzenberger vorgestellten Klavierstücke samt kenntnisreichen Erläuterungen hören können. Katzenberger spielte Kompositionen, die der letzte König von Hannover, Georg V., für seine Gemahlin geschrieben hatte.

Mit der 1818 geborenen und 1907 gestorbenen Marie von Hannover stellt der 54-jährige Hildesheimer Historiker die Frau an der Seite des im Alter von 13 Jahren erblindeten Königs vor. „Eine kluge Landesmutter, die vielen Dingen gegenüber sehr aufgeschlossen war, und die sich auch kritisch mit dem monarchischen Prinzip, das ihr Ehemann vertrat, auseinandersetzte“, so Dylong. Der Historiker hat das Buch in vier Wochen niedergeschrieben. „Die Quellenlage ist gut und es sind durch zahlreiche Vorarbeiten kaum riesige Forschungen notwendig“, stellt er fest.

Finanziert wurde die 95-seitige, mit vielen bislang unbekannten Abbildungen versehene Schrift, von der VGH-Stiftung und dem Historischen Museum Hannover.

„Marie war sicherlich zum einen ein Kind ihrer Zeit“, kommentiert auch Prinz Heinrich Hannover das Buch, „aber sie hat sich auch kritisch mit der Flucht ihres Mannes nach Österreich nach der Niederlage von 1866, die das Ende des Königreiches Hannover bedeutete, auseinandergesetzt. Eigentlich hätte Georg V. nach Waldeck-Pyrmont gehen und nicht nach Österreich fliehen sollen.“

So enthält Alexander Dylongs Publikation auch für Nichtfachleute eine Reihe von neuen Informationen, die die letzte Königin von Hannover, die neben anderen Hinterlassenschaften auch Gründerin der Henriettenstiftung in Hannover war, in ein neues, bislang wenig bekanntes Licht setzen. „Eine Frau, die durchaus den Weg ins 20. Jahrhundert beschritten hat und deren Tochter den letzten deutschen Reichkanzler Max von Baden geheiratet hat, der dann den Weg zu Ebert und in die Weimarer Republik beschritten hat“, sagt der Autor.

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