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Die SPD hadert nach der Wahl mit sich und ihrer Kommunikation – jetzt soll es eine Projektgruppe richten

Brezski: „Ich würde heute einiges anders machen“

Springe/Bennigsen. Als SPD-Vize Michael Buckup am Freitagabend im Gasthof Schwägermann den Knopf drückt, da sehen es die Springer Genossen noch einmal, bunt auf schneeweißer Leinwand. Dort flimmern Zahlen und Säulen zur Kommunalwahl – und zeigen, was eigentlich schon jeder wusste: Die positiven Ergebnisse der jüngsten Kommunalwahl sind für die SPD überschaubar. Jetzt soll unter anderem eine Projektgruppe für neue Medien helfen.

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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Es sind nur 24 Mitglieder des Ortsvereins, die den Weg zu der Versammlung gefunden haben. Vor seinem „harten Kern“ macht Eberhard Brezski gleich zu Beginn eine Ansage: „Das war meine erste große Wahl – und ich würde heute einiges anders machen.“ Beide großen Ziele hat man verfehlt: Die Ratsmehrheit ist weg, Bürgermeisterkandidatin Silvia Jünke kam abgeschlagen hinter Amtsinhaber Jörg-Roger Hische ins Ziel. Jünke selbst fehlt in der Sitzung in Bennigsen, eine Erklärung dafür gibt es nicht.

Vielleicht, überlegt Brezski, habe man sich zu sehr auf den Bürgermeister-Wahlkampf konzentriert und so „manch anderes vernachlässigt“. Auch Buckup betreibt eine Fehleranalyse: Es habe ein Aufregerthema gefehlt. „Wir dachten eigentlich, es würde die Gesamtschule. Aber dann hat das kaum eine Rolle gespielt.“ Positiver bewertete Brezski die Wahl zur Regionsversammlung: Hier verteidigte Detlev Herzig seinen Sitz, aber auch Kandidat Rudolf Bennecke habe „gut abgeräumt“. Wichtig für den Parteichef: „Wir haben mannschaftliche Geschlossenheit gezeigt. Darauf dürfen wir stolz sein.“

Und jetzt? Wie geht es weiter? Zum Beispiel mit Nadelstichen in Richtung der Grünen. Die erstarkte Partei hat man in der SPD klar als Gegner ausgemacht, trotz aller inhaltlichen Gemeinsamkeiten. Und die Seitenhiebe beginnen schon in der Sitzung: Buckup bezeichnet Jünke-Konkurrentin Elke Thielmann-Dittert mehrfach als „Pseudo-Bürgermeisterkandidatin“. Abgrenzen will man sich von den Grünen, da sind sich alle einig. „Steuern und Abgaben müssen erwirtschaftet werden – das geht nicht, wenn wir Pflänzchen und Kröten schützen“, ruft Herzig in den Raum.

Den großen Vorsprung auf die anderen Parteien, man habe ihn in den vergangenen Jahren „aufgebraucht“, sagt Buckup. Die Zahlen lügen nicht. Ein Problem, das die Sozialdemokraten schließlich ausmachen: die mangelnde Kommunikation, miteinander, mit anderen. Helfen könnte jetzt eine Mitgliederbefragung zu möglichen Themen. Und eine Projektgruppe, die ein Jahr lang herausfinden soll, wie sich jüngere Menschen für die SPD und ihre Politik begeistern lassen. Im Mittelpunkt steht dabei das Internet: Facebook, Twitter – hier wollen die Genossen ganz nah dran an den Nachwuchs.

Michael Buckup drückt wieder auf den Knopf. Die Leinwand wird dunkel.

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