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Heinrich-Göbel-Realschule: Überforderte Lehrer stoßen bei vielen Schülern an ihre Grenzen

Brenneke: „Wir fühlen uns allein gelassen“

Springe (si). In der Hauptversammlung des Eltern-Fördervereins der Heinrich-Göbel-Realschule hat Rektorin Jutta Brenneke Alarm geschlagen. Bei schätzungsweise einem Drittel der 585 Schüler gebe es teilweise schwerwiegende Defizite in puncto Sozialverhalten. Die Schule werde mit der Bewältigung der Probleme allein gelassen.

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Die Ursachen lägen in der Regel in häuslichen Konflikten. Mit den Folgen seien die Lehrer vielfach überfordert. „Wir fühlen uns völlig allein gelassen“, sagte Brenneke. Sie sei enttäuscht, dass weder vom Kultusministerium als vorgesetzter Behörde noch von der Stadt Springe als Schulträgerin Beistand komme, was Sozialtraining und pädagogische Hilfe anbelange.

Nach ihren Erfahrungen ist Gewalt für viele Schüler ein naheliegendes Mittel, mit Konflikten umzugehen. Die Fähigkeit zu einer friedlichen Lösung sei bei den betroffenen unzureichend entwickelt, weil im Elternhaus Kenntnisse und Zeit fehlten, mit Kindern kreativ nach fairen Lösungen zu suchen. Die Heinrich-Göbel-Realschule nehme da aber keine Sonderrolle ein – auch an anderen Schulen gebe es solche Probleme.

Um die Eltern mit ins Boot zu holen, habe man einen Gesprächsabend arrangiert, der jedoch kaum angenommen wurde, sodass die Schule auf dem Problem sitzen bleibe. Die eingestellte sozialpädagogische Praktikantin werde von der Schule über Sponsorenring und Stiftung finanziert. Dauerhafte Unterstützung sei aber unbedingt vonnöten.

Im Jahresbericht des Eltern- und Fördervereins bedankte sich Vorsitzende Petra Mensing für die Spendenbereitschaft der Mitglieder. 2008 sei ohne spektakuläre größere Veranstaltungen verlaufen. Mit dem Interesse an der Dichterlesung und einem Informationsabend ist der Vor-stand zufrieden gewesen.

Erfreulicherweise habe sich die Zahl der Mitglieder im Vorjahr um zwölf auf jetzt 198 erhöht.

Mit Blick auf die Zukunft will der Verein weiterhin die Werbetrommel für die Schule rühren. Mensing sprach sich für einen Informationskasten am Schulgebäude aus, damit sich der Förderverein bei Eltern und interessierten Mitbürger besser ins rechte Licht rücken kann. Nur eine starke Gemeinschaft, so die Vorsitzende, kann die Realschule wirkungsvoll unterstützen.

Bei den anstehenden Vor-standswahlen wurden Petra Mensing als Vorsitzende, Bettina Ulbrich als Schatzmeisterin und Michael Rusek als Schriftführer im Amt bestätigt. Nach dem Ausscheiden des 2. Vorsitzenden Hans Heinrich Gehrke, der seit 25 Jahren den Vize-Chefposten innehatte, steht mit Christine Linde aus Eldagsen eine Nachfolgerin bereit. Schulleiterin Jutta Brennecke bedankte sich beim Vorstand mit kleinen Präsenten für die ehrenamtliche Tätigkeit.

Mit dem seit Jahren geplanten Multifunktionsfeld für alternative Sportarten, für das ein größerer Bereich südlich der Sporthalle zur Verfügung steht, soll es in den kommenden Monaten endlich losgehen. Zur Finanzierung der auf etwa 30 000 Euro geschätzten Investition sind Gelder aus angesparten Rücklagen vorgesehen.

Schulleiterin Jutta Brennecke (l.) dankt Schatzmeisterin Bettina Ulbrich mit einem Blumengebinde für das Engagement im Förderverein.

Foto: si

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