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Boitzum und Holtensen: Warten aufs Feuerwehrhaus

HOLTENSEN/BIOTZUM. Dass für die Feuerwehrgerätehäuser in Boitzum und Holtensen im städtischen Etatentwurf 2018 keinerlei Investitionen angesetzt sind, sorgt für Verärgerung bei den Mitgliedern des Ortsrats Holtensen, Boitzum und Wülfinghausen.

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Autor:

Anne Brinkmann-Thies

Einstimmig beschlossen die Mitglieder des Ortsrates, dass unverzüglich Planungskosten in Höhe von 100000 Euro für das Boitzumer Gerätehaus sowie 50 000 Euro bereit gestellt werden, um die Mängel im Holtenser Gerätehaus zu beseitigen.

„Das funktioniert so überhaupt nicht“, schimpfte Benjamin Moß (SPD) über die fehlenden Investitionsansätze für die beiden Ortsfeuerwehren. Mit einer solchen mangelnden Ausstattung werde „massiv gegen die Ehrenamtlichen in den Ortsfeuerwehren geschossen“. „Wir sind in unseren Orten auch Grundsteuerzahler, die muss auch in Teilen wieder zurückfließen“, sagte Moß. Und er glaubt sogar: „Das hat System“.

Die Führungskräfte der Ortsfeuerwehren würden durch eine schlechte Ausstattung unnötig unter Druck gesetzt, ärgerte sich Moß weiter. So sei das Löschfahrzeug der Boitzumer Feuerwehr inzwischen 28 Jahre alt. „Auch hier gibt es einen Investitionsstau“, so Moß. So ein altes Fahrzeug berge die Gefahr auszufallen.

Auch Ortsbürgermeister Heinrich Freimann zeigte sich verärgert über die fehlenden Investitionen für die beiden Feuerwehren. „Was passiert, wenn das Fahrzeug der Boitzumer Feuerwehr kaputt geht, was dann?“ Ein Nachfolger wäre größer und würde nicht mehr in das Gerätehaus passen. Zudem laute die Vorgabe, zunächst ein passendes Gerätehaus und dann ein neues Fahrzeug anzuschaffen. Ob hier ein Neubau erfolgen muss oder ob Umbaumaßnahmen zu einer passablen Lösung führen könnten, dafür sollen jetzt die Planungskosten eingesetzt werden, die der Ortsrat fordert. „Ich kann nicht alles kaputt sparen und totmachen“, sagte Freimann. Er ärgere sich maßlos, dass die Ortsfeuerwehren am südlichen Rand des Springer Stadtgebietes quasi abgehängt würden. Bis zum Jahr 2021 seien weder für Boitzum noch für Holtensen Investitionen geplant. So seien auch keine Gelder vorgesehen, um jene Mängel zu beheben, die die Feuewehrunfallkasse am Gerätehaus in Holtensen bemängelt hatte. Dort sei etwa die Absauganlage als mangelhaft erachtet worden, erinnerte Freimann. „Man könnte wenigstens im Etatentwurf ein Zeichen setzen und mit der Behebung der Mängel beginnen“, schlägt Freimann vor. Und macht deutlich, dass er kleine Feuerwehren wie Boitzum und Holtensen in ihrer Existenz bedroht sieht. Die aber würden dringend gebraucht – vor Ort und im Einsatz mit anderen Wehren.

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