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Bloß keine Panik vorm Wolf

SPRINGE/STEINKRUG. Die Jägerschaft Springe reagiert betont gelassen auf die jüngste Wolfssichtung im Deister. Der Vorsitzende Volker Gniesmer betont, dass man sich auf den Tag, an dem der Wolf kommt, bereits im Vorfeld intensiv vorbereitet habe:

Foto: Archiv
Mischer

Autor

Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

„Es gab bereits ganz viele Gespräche.“ Er warnt aber davor, die Jägerschaft künftig für den Abschuss sogenannter verhaltensauffälliger Wölfe einzuspannen.

„Der Wolf ist aus dem Jagdrecht herausgenommen – und das soll er auch bleiben“, sagt Gniesmer. Heißt: Für Jäger ist das Raubtier tabu. Das soll es, geht es nach der Jägerschaft auch dann bleiben, wenn ein Tier die natürliche Scheu vor den Menschen eines Tages verlieren sollte – und im Übermaß Nutztiere reißen oder gar Menschen bedrohen könnte. Den Abschuss solcher „Problemwölfe“ lehnt Gniesmer nämlich ab: „Wir wollen nicht die Schädlingsvernichter sein.“ Sollten verhaltensauffällige Wölfe auftauchen, fordert er, dass sich das Land des Problems annimmt.
Und nicht die Jägerschaft über kurz oder lang dafür in die Pflicht genommen wird. Zuletzt wurde im April 2016 ein auffälliger Wolf auf Anweisung des Umweltministeriums in der Lüneburger Heide erschossen. Das Tier hatte sich immer wieder auf wenige Meter Menschen genähert.

Obschon Gniesmer es begrüßt, dass die Tiere zurück in den Deister kommen, „Wölfe gehören ja hierher“, fordert er, dass sich die Politik Gedanken darüber macht, „wie viele Wölfe das Land verträgt“. In Schweden etwa sei das geschehen, dort seien Obergrenzen für das Raubtier festgelegt worden.

Zugleich aber warnt Gniesmer vor Panik vor dem Wolf. „Angst muss jedenfalls niemand haben. Sobald der Wolf einen Mensch wahrnimmt, ergreift er die Flucht.“ „Ich habe mir das Zusammenleben mit dem Wolf in der Lausitz persönlich angeschaut“, sagt der Jägerschaftschef. Dort sind die Tiere bereits seit Jahren zu Hause. Gniesmer: „Da gibt es überhaupt keine Probleme.“ Kleintierhaltern empfiehlt er indes auch, Schaf und Co. besser zu schützen, etwa mit höheren Zäunen. Allerdings gibt Gniesmer zu bedenken, dass „wir nicht die ganze Landschaft einzäunen können.“

Ob das am Wochenende bei Steinkrug gesichtete Tier überhaupt noch im Deister ist, bleibt unklar. Die Springer Jägerschaft hat noch keine Wolfs-Sichtungen zu verzeichnen. Gniesmer vermutet, dass es sich bei dem Wolf vom Steinkrug um ein Jungtier auf Reviersuche handelt.

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