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Interessengemeinschaft Schwarzer Koppelweg droht mit Anzeige

Blockheizkraftwerk: Stadtwerke weisen Schwarzbau-Vorwurf zurück

Springe (mf). Im Streit um den Bau von Biogasanlage und Blockheizkraftwerk am Schwarzen Koppelweg bleiben die Fronten verhärtet. Die in einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen Gegner haben mit einer Strafanzeige wegen „illegaler Bautätigkeit“ gedroht.

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Sie werfen den Stadtwerken vor, die Errichtung ohne die erforderliche Genehmigung zu betreiben. So sollen gestern weitere Arbeiten auf der Baustelle erfolgt sein. Konkret seien verschiedene Aggregate montiert worden, unter anderem ein Abluftschornstein.

„Ein Skandal, was die Stadtwerke sich da herausnehmen, offensichtlich unter Billigung der Verwaltung“, schimpfen Mathias Lange-Gandyra und Olaf Klemm von der „IG Schwarzer Koppelweg“ und verweisen auf ein Schreiben des Gewerbeaufsichtsamtes vom selben Tage, wonach der Bau derzeit noch nicht genehmigt ist. Nachdem Baufachbereichsleiter Hermann Aden die Baustelle vergangene Woche noch „als Zwischenlager deklariert“ habe, dulde die Stadt nun, dass die Errichtung des Blockheizkraftwerkes ungeachtet dessen vorangetrieben werde. In einem Brief an die Bauverwaltung appellieren Lange-Gandyra und Klemm, „diese Maßnahmen sofort unterbinden, sonst wird die IG Schwarzer Koppelweg Anzeige wegen illegaler Bautätigkeit erstatten“.

Stadtwerke-Projektleiter Stefan Ludewig wies auf Anfrage alle Anschuldigungen als vollkommen haltlos zurück. „Wir machen selbstverständlich nichts, was nicht erlaubt ist“, betont er. Die derzeit erfolgenden Arbeiten seien genehmigungsfrei. „Alles, was wir installieren, ist noch mobil und kann ohne großen Aufwand an einen Kranhaken gehängt und wieder abtransportiert werden“, versichert Ludewig. Auch die Behauptung, dort werde bereits ein Kamin installiert, sei falsch. Das deckt sich mit NDZ-Recherchen: Auf dem Grundstück liegen zwar Bauteile, die offenbar zu einem Abluftschornstein gehören – diese sind aber noch nicht montiert.

Baufachbereichsleiter Aden sieht nach eigenen Worten keine Veranlassung zum Einschreiten. Nach vorliegenden Informationen seien bislang nur Gebäudeteile angeliefert und abgestellt worden. „Das ist aber noch keine Bautätigkeit im eigentlichen Sinne“, erklärt Aden.

Er nehme die Beschwerde der Interessengemeinschaft gleichwohl zum Anlass, die Lage erneut zu überprüfen. Sollten die Vorwürfe stimmen, werde die Stadt sofort einen Baustopp verhängen.

Weitere Sanktionen seien indes unwahrscheinlich. Auch in anderen Fällen sei es nicht üblich, auf Schwarzbauten mit einer Abrissverfügung zu reagieren, wenn bereits ein Bauantrag gestellt ist. Für Aden steht fest: „Man muss nicht gleich auf jeden Spatz mit einer Kanone schießen.“

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