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Millionenschaden durch fahrlässige Brandstiftung / 120 Feuerwehrleute im Einsatz

Bisonhalle geht in Flammen auf

Springe (mari/mf). Ein verheerendes Feuer hat gestern Mittag die Bisonhalle in Springe vernichtet. Die 1977 erbaute Sportstätte brannte bis auf die Grundpfeiler nieder. Erste Schätzungen gehen von einem Schaden in Höhe von mindestens 1,5 Millionen Euro aus.


Was zunächst nach einem vergleichsweise harmlosen Schwelbrand aussieht, entwickelt sich binnen kurzer Zeit zum Großeinsatz für mehr als 120 Feuerwehrleute, darunter sogar Kräfte der Berufsfeuerwehr Hannover. Zeitweise steht eine riesige, schwarze Rauchsäule über Springe, die bis zur Landeshauptstadt zu sehen ist. Über das Radio werden die Einwohner aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Vorsorglich müssen elf Anwohner der nördlich gelegenen Wohnhäuser und mehrere Kinder eines in der Nähe befindlichen Schullandheimes evakuiert werden.

Verursacht wurde das Feuer offenbar durch Fahrlässigkeit. Ein 38-jähriges Mitglied des Vereins SC Bison Calenberg, der die Halle von der Stadt gepachtet hat, hat am Rand des Gebäudes mit einem Gasbrenner Unkraut abgeflammt. Dabei entzündet sich eine Dämmschicht der Fassade.

Die Feuerwehr hofft zunächst noch, den anfänglichen Schwelbrand schnell unter Kontrolle bringen zu können. Dazu trennen die Helfer an verschiedenen Stellen Teile der äußeren Hallenverkleidung ab. Doch mit jedem Quadratmeter entfernter Verschalung steigt mehr Rauch auf. Brandschutzabschnittsleiter Rudolf Bennecke spricht von einer „Kaminwirkung“.

Weil die Arbeit sehr anstrengend ist, müssen bis zum Nachmittag ständig weitere Einsatzkräfte nachalarmiert werden: Neben den Ortsfeuerwehren aus Springe, Völksen, Alvesrode, Altenhagen, Eldagsen, Lüdersen, Holtensen, Boitzum und Mittelrode rücken auch die Drehleiter aus Bad Münder und eine 54 Meter hohe Gelenkmastbühne der Berufsfeuerwehr Hannover an. Das Technische Hilfswerk beteiligt sich ebenfalls an den Arbeiten.

Gleichwohl gibt es für die Sporthalle keine Rettung mehr. Die bis zu 3000 Liter Wasser pro Minute, die die Einsatzkräfte auf die Flammen schießen, verdampfen in der Hitze regelrecht.

Um 13.20 Uhr brennt das Dach auf voller Länge. Die Rauchwolke ist bis nach Hannover und Sarstedt zu sehen. Die Helfer müssen sich zurückziehen, um zu verhindern, dass sie oder ihre Ausrüstung Schaden nehmen.

Am frühen Abend wird das ganze Ausmaß der Brandkatastrophe deutlich. Von der Sporthalle ist nur noch ein verkohltes Gerippe übrig. Mit einem Radlader beginnt das THW, die Schuttberge zusammenzuschieben.

Bürgermeister Jörg-Roger Hische spricht von einem schwarzen Tag für die Stadt und den Sport. Es sei zu früh, zu sagen, ob die Halle wieder aufgebaut wird. Die Stadt müsse sich zunächst mit der Versicherung an einen Tisch setzen. Die Kommune selbst habe aber nicht das Geld für einen Neubau.

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