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Platzt Prozess um Brandanschlag von Salzhemmendorf?

Bislang keine Ermittlungen gegen Anwälte

Springe/Hannover. Nach dem Antrag eines Verteidigers, den Prozess um den Brandanschlag von Salzhemmendorf auszusetzen, wird die Entscheidung des Schwurgerichts mit Spannung erwartet.


Springe/Hannover. Nach dem Antrag eines Verteidigers, den Prozess um den Brandanschlag von Salzhemmendorf auszusetzen, wird die Entscheidung des Schwurgerichts mit Spannung erwartet. Der Vorsitzende Richter Wolfgang Rosenbusch hatte am vergangenen Donnerstag nach kurzer Beratung angekündigt, die 13. Große Strafkammer werde zu einem späteren Zeitpunkt verkünden, „wie verfahren wird“. Richter Rosenbusch beabsichtige nicht, außerhalb der Hauptverhandlung eine Erklärung dazu abzugeben, stellt Gerichtssprecher Dr. Stephan Loheit klar. Am 18. Februar wird der Prozess fortgesetzt.

Ein Rechtsanwalt der renommierten Kanzlei „Klawitter, Bärten und Kollegen“ hatte der Kammer überraschend per Fax mitgeteilt, dass vier seiner Mandanten kein Interesse daran haben, in dem Verfahren als Nebenkläger aufzutreten (wir berichteten). Sie hätten zwar seinerzeit bei anderen Anwälten Vollmachten unterschrieben, diese aber schon kurze Zeit später widerrufen. Dennoch würden sie von Rechtsanwälten gegen ihren Willen vertreten.

Strafverteidiger Christoph Rautenstengel, der Saskia B. aus Springe vertritt, ist der Meinung, dass durch diesen Umstand kein ordnungsgemäßes Verfahren mehr möglich ist. Staatsanwältin Dr. Katharina Sprave sagte auf Nachfrage, man werde zunächst der Behördenleitung vortragen und dann entscheiden. Juristen gehen davon aus, dass die Staatsanwaltschaft „prüfen wird, ob ein Straftatbestand vorliegt“. Eine Nachfrage bei der Staatsanwaltschaft Hannover ergab gestern: Die Anklagebehörde hat bislang noch kein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Ein Anfangsverdacht sei derzeit nicht zu bejahen, sagte Staatsanwältin Kathrin Söfker.

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