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Ausschuss diskutiert umstrittenes Projekt

Biogasanlage: Zufahrt jetzt doch von Süden?

Springe (ric). Problematische Verkehrsanbindung, Lärm, Geruchsbildung und ein umstrittener Standort – mit der am Schwarzen Koppelweg geplanten Biogasanlage können sich die Anwohner auch in fortschreitender Planung nicht anfreunden. Der Fachausschuss hat sich gestern Abend dem Thema angenommen, das mittlerweile viel diskutiert wird.


Elke Thielmann-Dittert stellte in Gegenwart einer Vielzahl von Zuhörern im engen Saal des Baudezernats fest, dass die industrielle Nutzung von Biogas – und nicht mehr die reine Verwertung landwirtschaftlicher Restprodukte – durchaus Probleme aufwerfe. Allerdings sei es auch nicht in Ordnung, zu sagen, „alternative Energie ja – aber nicht vor meiner Haustür“, bemängelte die Grünen-Politikerin. Es sei Aufgabe von Verwaltung und Politik, die Planungen in gewissem Rahmen zu halten. „Ich gehe davon aus, dass dies eine der letzten Anlagen im Stadtgebiet wird“, so Thielmann-Dittert.

Der Erste Stadtrat Hermann Aden hatte einleitend darauf hingewiesen, dass im Laufe des Planverfahrens viele Anregungen betroffener Bürger, einzuschaltender Behörden und der Investoren eingegangen seien. Geplant wird das Projekt wie berichtet von der „Bioenergie Springe GmbH“, einem Konsortium ortsansässiger Landwirte. Gerd Borstelmann vom beauftragten Planungsbüro berichtet von seinen Überlegungen zu einem der Knackpunkte: der verkehrlichen Erschließung. Schon jetzt steht fest, dass die Anlieger für einen Zeitraum von 15 Tagen im Jahr, nämlich zur Anlieferung nach der Maisernte, bis zu fünf Lastwagen pro Stunde hören und sehen müssen – auch nachts. Von der ursprünglichen Idee, die Zufahrt für das Gebiet zwischen Kaiserallee, Landschaftsschutzgebiet und Stadtrand von Norden kommend einzurichten, scheinen die Planer ein wenig abgerückt sein. „Es gab Beschwerden, da es sich dort um einen gut genutzten Erholungsbereich handele“, sagte Borstelmann. Zudem sei fraglich, ob die Hallerbrücke das Gewicht tonnenschwerer Transporter aushalte. Also, eher Variante zwei: An- und Abfahrt von Süden über einen Realverbandsweg. Der Lärm für betroffene Anlieger in diesem Bereich würde unter den Richtwerten liegen, versicherte der Planer unter Verweis auf ein Gutachten.

Er stellte auch mehrere Varianten zur Höhe des Gärrestelagers auf: Keine allerdings scheint ökonomisch sinnvoller, als die, bei der die Spitze 20 Meter hoch hinaus ragt.

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