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Im Bauausschuss entbrennt Diskussion um geplantes Vorhaben am Schwarzen Koppelweg

Biogasanlage: Anlieger fürchten Lastverkehr

Springe (ric). Mehr als ein Dutzend Anlieger hat sich gestern Abend im Ausschuss für Bauen, Planung und Stadtentwicklung in eine längere Diskussion um die geplante Biogasanlage südlich des Schwarzen Koppelwegs eingeschaltet. Die Betroffenen sorgen sich vor allem darum, dass der Schwerlastverkehr in ihren Wohngebieten massiv zunehmen könnte – und dass das eine Einschränkung ihrer Lebensqualität bedeuten kann.


Dabei wollte der Erste Stadtrat Hermann Aden diesen Fragen im Ansatz offensichtlich zuvorkommen: „Wir stehen erst am Anfang – das Planverfahren dauert bestimmt ein Jahr.“ Aden verwies gleich zu Beginn auf die Rechtsfolge der Beratung: Sie beinhaltet unter anderem eine frühzeitige Bürgerbeteiligung, dann werden öffentliche Träger einbezogen, dann berät die Politik erneut in den Gremien, dann werden sämtliche Pläne vor einem möglichen Ratsbeschluss noch einmal jedem zugänglich ausgelegt.

Doch schon jetzt, berichtete der städtische Chefplaner, würden seinem Amt erste Briefe von Anliegern vorliegen. „Wir werden das in gewohnter Manier sammeln und ausarbeiten“, sagte er – doch die Anwesenden machten ihrem Unmut trotzdem schon gestern Abend Luft. „Ich war platt, als ich gelesen hab, dass jährlich 35 000 Tonnen Rohstoffe benötigt werden, um die Anlage zu betreiben“, klagte ein Anwohner, dessen Familie seit 30 Jahren am Schwarzen Koppelweg wohnt. Nun fürchte er, dass Schwerlastverkehr die gut ausgebaute Straße kaputtmachen könnte. Und er hat große Bedenken aufgrund der Lärmbelastung. „Bei uns wackeln schon jetzt die Tassen im Schrank, wenn da ein Trecker langfährt.“ Ein anderer Anwohner meinte, die Transporter seien oft nicht gereinigt und würden die Maisreste auf den Straßen verteilen. Deutlich wurde: Die Kommune kann regulieren, etwa was nächtliche Ruhezeiten angeht. Aber sie kann keine „Anstandsregeln“ aufstellen und nur ansatzweise die Nutzung öffentlicher Straßen einschränken. Die Planer müssen nun abwägen – und auch den investierenden Landwirten helfen, ihre Existenz zu sichern.

Für die betroffenen Menschen in den Wohngebieten steht jedoch fest: Kommt die Anlage, werden sie es deutlich spüren. Und zwar das ganze Jahr über.

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