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Broschüre mit Ausflugstipps für Menschen mit eingeschränkter Mobilität / Region: 3000 Springer betroffen

Barrierefrei – und Spaß dabei

Springe/Alvesrode/Eldagsen (zett). Ein Ausflug nach Springe oder in die Umgebung, mit Sightseeing und einem Restaurantbesuch – das klingt gut. Ist aber manchmal gar nicht so einfach, wenn trotz Rollstuhls oder Gehhilfe die Beweglichkeit eingeschränkt ist. Die Region Hannover will in solchen Fällen helfen – und hat barrierefreie Ausflugsziele recherchiert. In einer neuen Broschüre werden Sehenswürdigkeiten, Unterkünfte, Gastronomie und Parkplatzangebote vorgestellt – auch für Springe.

Die Wege des Wisentgeheges sind rollstuhlgerecht – der Tierpark taucht deshalb in einer neuen Broschüre der Region Hannove

Hier führen die Verfasser der Broschüre um den Regions-Behindertenbeauftragten Hans-Christian Brehmer zum einen das Museum auf dem Burghof auf. Dessen Eingang und Erdgeschoss sind über eine Rampe zugänglich; vor dem Haus gibt es außerdem zwei Behindertenparkplätze – und einen ermäßigten Eintrittspreis für entsprechende Ausweisinhaber.

Ebenfalls verzeichnet ist das Wisentgehege. Hier, so vermerken die Autoren, seien alle Wege mit Rollstühlen nutzbar – von denen gar zwei Exemplare zur kostenlosen Ausleihe zur Verfügung stehen. Eine Einschränkung stellen lediglich die Aussichtsplattformen an einigen der Tiergehege dar – sie verfügen nur über Treppen, nicht über Rampen. Dafür gibt es sowohl am Restaurant als auch an der Köhlerhütte Behindertentoiletten – und vor dem Gelände ebenfalls spezielle Parkplätze. Auch hier gibt es reduzierte Eintrittspreise für Menschen mit Behinderung.

Drei Restaurants in Springes Kernstadt listet das neue Heft ebenfalls auf – sowohl das China-Restaurant am Niederntor, als auch das „Kiek mol in“ und die Gaststätte am Waldwinkel verfügen demnach über Behindertentoiletten, -parkplätze oder einen barrierefreien Zugang für ihre Gäste.

Doch die Auswahl sei nicht willkürlich erfolgt, betont Regionssprecherin Christina Kreutz. Man habe „auf der Grundlage von existierenden Ausflugsführern“ alle dort verzeichneten Einrichtungen angeschrieben – regionsweit seien insgesamt 1170 Fragebögen verschickt worden: „Aber wir haben leider nur zehn Prozent davon auch zurückbekommen.“ Wer laut seiner Antworten behindertengerecht ausgestattet war – der bekam auch einen Platz in der Broschüre.

Diese gibt übrigens auch Tipps für Anreise und Unterkunft: So können sich Rollstuhlfahrer bei der Regiobus in Eldagsen melden, wenn sie einen Fahrtwunsch per Bus anmelden oder sich wegen der Barrierefreiheit des Fahrzeuges informieren möchten: 05044/95450. Wer in Springe barrierefrei übernachten möchte, dem empfiehlt die Region übrigens das Energie- und Umweltzentrum in Eldagsen. Es verfügt demnach über eine Eingangsrampe und stufenlose Duschen mit Haltegriffen.

Insgesamt, schätzen der Behindertenbeauftragte Brehmer und sein Team, haben gut zehn Prozent der 1,1 Millionen Regionsbewohner eine Behinderung mit einem Grad von mindestens 50 Prozent. Heruntergerechnet auf Springe wären das immerhin etwa 3000 Bürger. „Wir haben außerdem eine Dunkelziffer – weil die Behinderung entweder weniger gravierend ist oder die Betroffenen gar nicht erst einen Antrag stellen, als Behinderte anerkannt zu werden“, so Brehmer weiter.

Die 94 Seiten starke Broschüre „Barrierefreie Ausflugsziele in der Region Hannover“ ist kostenlos in der Tourist-Info im Alten Rathaus erhältlich – genau wie unter 0511/61622650 oder unter www.hannover.de.

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