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Drei junge Männer begehen Körperverletzung / Aggressionen gegen Polizisten

Bahn-Schläger vor Gericht verurteilt

Bennigsen (ric). Drei mutmaßliche Schläger sind gestern am Amtsgericht Springe wegen zum Teil schwerer Straftaten verurteilt worden. Die jungen Männer waren in eine handfeste Prügelei verwickelt, beschädigten eine S-Bahn und leisteten erheblichen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, prügelten sich mit den Polizisten, verletzten, beleidigten und bespuckten sie.


Nach zwei langen Prozesstagen und zwölf gehörten Zeugen war für das Jugendschöffengericht der Tatvorwurf erwiesen. Ein 19-Jähriger inzwischen wegen anderer Vergehen inhaftierter Springer gilt als der Rädelsführer und Anstifter. Wegen gefährlicher, gemeinschaftlich begangener Körperverletzung, Sachbeschädigung und Körperverletzung mit Widerstand gegen Polizeibeamte und Beleidigung wurde er zu einer Einheitsstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten verurteilt – er sitzt damit ein halbes Jahr länger in der Jugendanstalt.

Der Springer hatte am 7. Mai vergangenen Jahres um kurz vor Mitternacht am Bahnhof Bennigsen eine Gruppe von sechs jungen Männern angesprochen. In der Folge kam es zum aggressiven Gerangel, aus dem sich eine heftige Prügelei entwickelte. Gestern sagte der Zugbegleiter der Deutschen Bahn aus, der das Geschehen unmittelbar beobachtete. Er schilderte, wie die Angeklagten die Türen gewaltsam öffneten, um der sechsköpfigen Gruppe nachzustellen. „Es kam zu einem Tumult, Fäuste flogen“, sagte der 53-Jährige, der die Polizei alarmierte und den Lokführer aufforderte, die Türen zu verriegeln. Nur dem 19-Jährigen war eindeutig nachzuweisen, dass dieser anschließend alkoholisiert die Scheibe beschädigte, dagegen sprang und seiner Wut Ausdruck verlieh. Zusammen mit einem damals 17-Jährigen leistete er anschließend heftigen Widerstand bei der Überprüfung seiner Personalien: Drei Beamten gelang es nur mit großer Mühe, ihn zu bändigen und festzunehmen. Der Heranwachsende beteuerte allerdings, nicht gezielt mit der Faust ins Gesicht einer Polizistin geschlagen zu haben, was ihm das Gericht auch glaubte.

Längere Beratung

Der 17-jährige Jugendliche muss 60 Sozialstunden leisten, sich schriftlich bei allen Geschädigten entschuldigen und seinen Trainingskurs fortsetzen. Ihm beschied das Gericht eine positive Sozialprognose – er gilt lediglich als Mitläufer. Über das Urteil gegen einen 21-Jährigen wurde hinter verschlossenen Türen länger diskutiert. Der Mann bekam ebenfalls wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten auferlegt, die unter Auflagen zur Bewährung ausgesetzt wurde. Er trägt zudem die Kosten seines Verfahrens.

Das Gericht folgte damit nahezu dem Plädoyer des Staatsanwaltes. Der Verteidiger des 21-Jährigen hatte vergeblich Freispruch für seinen Mandanten gefordert, hatte die Tatbeteiligung infrage gestellt.

Das Urteil wird nach einer Woche rechtskräftig – sofern niemand Einspruch einlegt oder in Revision geht.

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