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Pläne für Senioren-Wohngebiet liegen auf Eis, weil sich Eigentümer und Entwickler nicht einig werden

Bähre-Gelände droht die Zwangsversteigerung

Springe (mari/mf). Für Baudezernent Hermann Aden ist es ein Filetstück, doch die Vermarktung des früheren Stahlbau-Geländes an der Friedrich-Bähre-Straße gestaltet sich schwierig. Jetzt liegt auf dem Grundstück ein Zwangsversteigerungsvermerk. Damit sei „ein gewisser Druck da“, dass endlich etwas passiert, so Aden.

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Die Pläne für das Gelände waren vielversprechend. Vor eineinhalb Jahren legte die Projektentwicklungsgesellschaft Baco-Plan aus Hameln ein Konzept für ein Altenpflegeheim, eine Senioren-Wohnanlage und ein Ärztehaus vor. Investitionsvolumen: 10 Millionen Euro. Die Firma war bereits umfassend in Vorleistung getreten, sie hatte einen Investor gefunden und einen Altenheim-Betreiber an der Hand. Alles sah nach einem baldigen ersten Spatenstich aus. Doch seitdem ist es still.

Der Eigentümer, eine Familie aus Sarstedt, habe erheblich zu hohe Preisvorstellungen, heißt es in Branchenkreisen. Ein weiteres Problem seien die vorhandenen Hallen aus der Stahlbaufirmen-Zeit: Bauruinen.

Um das Areal – möglicherweise parzellenweise – verkaufen zu können, müssten sie abgerissen werden. Interessenten für Teilflächen schreckt die Aussicht ab, dass später möglicherweise um sie herum optischer Wildwuchs herrscht. Und für einen einzigen Investor ist das Grundstück zu groß.

Politik und Verwaltung haben längst den Bebauungsplan für die Wunschnutzung geändert: So ist der westliche Teil des Areals ein Mischgebiet, der Süden ein Wohngebiet. Die Fläche liegt in der Nähe des Bahnhofs. Sie wird von der Molkereistraße, der Eichendorffstraße, der Firma Bertelsmann und der Friedrich-Bähre-Straße begrenzt. Konkret könnten dort ein Seniorenpflegeheim für etwa 60 Personen und sieben Häuser für betreutes Wohnen (80 Plätze) entstehen. Alternativ wären auch Appartements für Singles oder Ehepaare möglich. Ein reines Einfamilienhaus-Gebiet ist dagegen nicht erlaubt.

Aden bedauert, dass der Projektentwickler aus Hameln verprellt wurde: „Ich hätte mir gewünscht, dass die Pläne umgesetzt worden wären.“ Durch den Zwangsversteigerungsvermerk – noch kann das Grundstück freihändig verkauft werden – müsse sich allerdings in absehbarer Zeit etwas tun.

„Das kann aber noch gut zwei bis drei Jahren dauern“, schränkt Aden ein. Vor allem, wenn das riesige Grundstück parzellenweise vermarktet werden soll. So soll auch bereits eine auf den Bau und Betrieb von Pflegeheimen spezialisierte Firma abgewinkt haben. Zum einen wegen der oben geschilderten Problematik, zum anderen wegen der Lage selbst. „Nicht ausreichend zentrumsnah und insgesamt nicht besonders attraktiv“, sagt ein in die Geschäftsanbahnung involvierter Projektentwickler.

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