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Azubi-Mangel verschärft sich

SPRINGE. Es gibt immer mehr Ausbildungsplätze – aber weniger suchende Bewerber. Gleichzeitig beklagen zahlreiche Unternehmen ein Mangel Fachkräften und an geeigneten Bewerbern. Die NDZ hat mit einigen Unternehmen über die Lage auf dem Ausbildungsmarkt gesprochen.

Elektroniker für Betriebstechnik lernen, wie eine Schaltung für ein Förderband aufgebaut wird. Foto: WFT
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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

SPRINGE. Es gibt immer mehr Ausbildungsplätze – aber weniger suchende Bewerber. Gleichzeitig beklagen zahlreiche Unternehmen einen Mangel an Fachkräften und geeigneten Bewerbern. Die NDZ hat mit einigen Unternehmen über die Lage auf dem Ausbildungsmarkt gesprochen.

In der Fleischerei Hüper in Springe wurde jahrelang nicht ausgebildet – das soll sich am 1. August ändern: Das Team sucht nach langer Pause wieder einen Auszubildenden und hat dafür frühzeitig mit der Suche nach einem geeigneten Bewerber begonnen. „Im Handwerk sieht es richtig mau aus“, weiß Sabine Hüper jedoch. Viele Jugendliche wollten wenig arbeiten und viel verdienen. „In der Fleischerei wird aber körperlich gearbeitet“, sagt Hüper.

Sollten sich Bewerber finden, will Hüper vor allem die Vorteile der Arbeit im Betrieb herausstellen: „Wir sind hier in Springe ein kleines, familiäres Unternehmen – unsere Auszubildenden wären hier nicht nur eine Nummer unter vielen, es wäre einfach persönlicher.“ Sie betont auch: Bei geeigneten Bewerbern würde die Firma auch zwei Auszubildende annehmen.

Ähnlich schlecht sieht es mit Gesellen (Facharbeiter) aus. Auch hier sei der Markt leer gefegt. „Wir hatten zwei große Annoncen geschaltet und nur eine Bewerbung, dabei hätten wir gerne einen Gesellen.“

Das Hallenbad Springe wird dieses Jahr ebenfalls ausbilden – nach längerer Suche konnte jetzt ein Bewerber für den 1. August eingestellt werden. Gerade für junge Menschen sei das Arbeiten am Wochenende wenig attraktiv, weiß Hallenbad-Chefin Uta Kruse. Auch die Rahmenbedingungen der Ausbildung zur Fachkraft für Bäderbetriebe hätten sich in den vergangenen Jahren geändert. „Früher stand die Technik an erster Stelle. Heute hat sich das Aufgabenfeld bis hin zum Eventmanagement erweitert“, so Kruse und ergänzt: „Wir sind gespannt, wie wir die neue Situation meistern werden und müssen einfach abwarten.“

Einen deutlichen Rückgang an Bewerbungen verzeichnet auch das Völksener Unternehmen Paulmann. Es werde immer schwieriger, gute Auszubildende zu finden: „Die Qualität der Bewerbungen lässt nach. Das betrifft auf der einen Seite die Noten und auf der anderen Seite vor allem auch die Form. Glücklicherweise gab es unter den wenigen Bewerbungen bisher gute Kandidaten, die wir dann gerne eingestellt haben“, sagt Sprecherin Viola Peine. Bisher konnten alle vakanten Stellen besetzt werden, allerdings brauche die Firma mehr Zeit, um geeignete Bewerber zu finden. Elf Auszubildende hat die Firma derzeit, fünf Industriekaufleute, zwei duale Studenten in der Fachrichtung Betriebswirtschaftslehre, drei Fachkräfte für Lagerlogistik sowie einen Elektroniker für Betriebstechnik. Vier Auszubildende kommen aus Springe und Ortsteilen und einer aus Bad Münder.

Beinahe die Hälfte der aktuellen Nachwuchskräfte kommen bei der Stadtverwaltung Springe aus dem Stadtgebiet, wie Claudia Weichsel vom Fachdienst Personal berichtet. Bislang konnten alle Ausbildungsstellen besetzt und immer noch Jugendliche gefunden werden, die den Anforderungen gerecht wurden. „Die Stadt bietet, soweit dies möglich ist unbefristete Stellen an“, so Weichsel. Um für Bewerber attraktiv zu sein, arbeite man an einer Aufstellung und Ausbau von Bausteinen eines Personalentwicklungskonzeptes.

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