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Wohnungen, Möbel und Kinderbetreuung – die NDZ beantwortet die häufigsten Fragen

Alles Wichtige zur Flüchtlingssituation

Springe. 250 Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak, den Balkanländern und anderen Teilen der Welt leben derzeit in Springe und den Ortsteilen. Sie sind geflohen vor Krieg, Vertreibung oder Elend. Mitarbeiter des städtischen Fachdienstes Soziales sind zuständig, viele Vereine und Gruppen nehmen sich ihrer an – und etliche Bürger kümmern sich ehrenamtlich um das Wohlergehen der Menschen. Aber manche Bürger sind auch unruhig und besorgt. Die NDZ hat gemeinsam mit Sozialarbeiterin Ursula Trommer-Kassir häufig gestellte Fragen beantwortet.

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Mischer

Autor

Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Wie viele Flüchtlinge kommen in die Stadt?

Im Dezember 2014 hatte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge eine Prognose für 2015 abgegeben. Heruntergerechnet auf Springe hätte sie bedeutet, dass in diesem Jahr 129 Flüchtlinge in die Stadt kämen. Diese Zahl war offenbar zu gering angesetzt. Derzeit geht man bei der Stadt davon aus, dass 2015 insgesamt 260 Menschen in Springe unterkommen.

Woher kommen die Flüchtlinge?

Derzeit kommen die meisten Neuankömmlinge aus den Balkan-Staaten. Im vergangenen Jahr kamen die meisten aus Syrien und dem Irak.

Wie groß sind die Chancen der Flüchtlinge, dass ihr Asylantrag angenommen wird?

Die Chancen, dauerhaft in Deutschland zu bleiben, sind sehr unterschiedlich. Nach Angaben der Stadt haben Menschen aus Syrien und dem Irak gute Chancen auf Anerkennung und auf ein permanentes Bleiberecht. 90 Prozent der Verfahren enden hier laut Trommer-Kassir mit einem positiven Bescheid. Die Anerkennungsquote für Flüchtlinge aus dem Balkan liegt dagegen jedoch bei unter einem Prozent. Bezogen auf alle Herkunftsländer liegt dieser Wert bei 36 Prozent. Tendenz steigend.

Reicht das Wohnungsangebot in Springe aus?

Die Verwaltung bekommt zahlreiche Angebote zur Anmietung von Räumen, Wohnungen oder Gebäuden. Einige davon müssen auch abgelehnt werden, weil die Objekte nicht renoviert sind und deshalb nicht als Wohnung benutzt werden können. Generell gibt es zur Zeit noch genug gute Unterkünfte. Künftig wird es absehbar aber keine leerstehenden Wohnungen mehr geben. Dann muss sich die Stadt Gedanken über alternative Unterbringungsmöglichkeiten machen. Eine Massenunterkunft möchten die Verantwortlichen auf jeden Fall vermeiden.

Was bekommen die Flüchtlinge?

In den angemieteten Wohnungen sorgt die Stadt dafür, dass jede Familie Betten, einen Tisch und einen Schrank aus dem städtischen Möbellager bekommt. Die Möbel sind gebraucht und viele wurden von Bürgern gespendet. Für den persönlichen Bedarf erhält jeder Flüchtling ein monatliches Taschengeld in Höhe von 143 Euro. Dauerhaft untergebrachte Menschen bekommen Geld nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Monatlich sind das 216 Euro plus 143 Euro Taschengeld. Nach einer Frist von 15 Monaten in Deutschland bekommen Alleinstehende 399 Euro monatlich.

Dürfen Flüchtlinge in Springe auch arbeiten?

In den ersten drei Monaten dürfen Flüchtlinge grundsätzlich nicht arbeiten. Danach ist eine Beschäftigung zwar möglich. Allerdings muss die Asylbehörde dafür vorher einen Antrag bei der Arbeitsagentur stellen. Letztere prüft, ob den Job nicht auch Deutsche oder EU-Bürger machen könnten. Die hätten dann Vorrang; Flüchtlinge dürfen erst eigenes Geld verdienen, wenn ihren Job sonst niemand braucht.

Gehen Flüchtlingskinder in Springe auch in die Schule und in Kitas?

Ja, bei allen Kindern gilt die Schulpflicht. Viele Eltern schicken ihre Kinder auch in Kitas, damit sie die Sprache schneller lernen. Dabei gibt es laut Stadt derzeit noch keine Raumprobleme.

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