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Kirchenkreistag diskutiert über Gebäudemanagement – Bandbreite von Sanierung bis zu Verkauf

Alle kirchlichen Immobilien auf dem Prüfstand

Springe/Laatzen(wlz). Gebäudemanagement – dieses sehr weltliche Thema nahm in der jüngsten Sitzung des Laatzen-Springer Kirchenkreistages breiten Raum ein. 117 Immobilien befinden sind im Besitz der Kirchengemeinden, darunter Gottes-, Gemeinde- und Pfarrhäuser. Mit Blick auf die steigenden Energiekosten ging es um die zentrale Frage, ob alle Gebäude weiterhin wie bisher bewirtschaftet werden können. Oder, anders herum: Wo sind energetische Sanierungen erforderlich, wo möglicherweise sogar ein Verkauf?


Das gilt etwa für das Pfarrhaus der Petrusgemeinde am Spenner Brink, für das es bereits Interessenten gibt. Ein Vertragsabschluss in den nächsten Wochen sei nicht ausgeschlossen, hieß es beim Kirchenkreistag. Auf dem Prüfstand steht auch das Pfarrhaus in Altenhagen I. Wie berichtet, soll auch das Gemeindehaus in Holtensen verkauft werden. Es stammt aus den 70er-Jahren und hat eine Fläche von insgesamt 300 Quadratmetern. Ersatzweise werden in der Kirche selbst Räumlichkeiten geschaffen.

Superintendent Detlef Brandes machte deutlich, dass der Gebäudebestand aber auch nicht beliebig verkleinert werden könne. Gerade in kleineren Orten verfüge die Kirchengemeinde mitunter über den einzigen Versammlungsraum.

In den einzelnen Gemeinden wird derzeit geprüft, wie der Bestand am sinnvollsten genutzt werden kann. Fest steht: Bei Gebäuden, die nicht mehr unbedingt nötig sind, soll auch nicht mehr in die Unterhaltung investiert werden. Nach einer Bewertung der Landeskirche soll eine Fläche von 125 Quadratmetern für Gemeinden mit weniger als 1000 Mitgliedern ausreichen.

Die Vorstellungen des Landeskirchenamtes erläuterte Oberkirchenrätin Heidrun Böttger. Sie mahnte, auch die demografische Entwicklung nicht aus dem Blick zu verlieren. Anstelle eines Verkaufs könne auch über Kooperationen mit anderen Gemeinden oder den Kommunen nachgedacht werden. „Gebäudemanagement braucht Zeit“, betonte Böttger.

Und auch die Vorsitzende des Kirchenkreistages, Martina Soßdorf, plädierte dafür, mit Ruhe und Gelassenheit an das Thema heranzugehen und es als Chance zu begreifen. Kreativität sei gefragt.

Zum Gebäudebestand des Kirchenkreises zählen 37 Kirchen, Kapellen und Glockentürme sowie 18 Pfarrhäuser, 24 Gemeindehäuser, zwei Kindergärten, 16 Wohnhäuser und 20 Garagen. Sie alle wurden bereits in Augenschein genommen.

Die meisten Immobilien seien in einem recht guten baulichen Zustand, versicherte Ernst Boese als Vorsitzender des kirchlichen Bauausschusses. Gleichwohl gibt es Handlungsbedarf. Der Bauausschuss hat zusammengerechnet: Alle erforderlichen Sanierungsarbeiten würden Kosten von etwa einer Million Euro ausmachen. Das sei aus Mitteln des Kirchenkreises nicht zu bestreiten. Zurzeit laufen Verhandlungen mit der Landeskirche. Möglicherweise wird eine Finanzierung über Darlehen realisiert.

Die Landessynode hat dem Kirchenkreis für die nächsten beiden Jahre zusätzlich zu den jeweils bewilligten 35 000 Euro weitere 154 000 Euro für Gebäudesanierung zur Verfügung gestellt. Konkret für Maßnahmen bewilligt sind vom Kirchenkreis bereits 130 000 Euro.

Etwa 40 Gebäude werden dabei saniert, zum Teil stammen sie aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Unter Umständen kämen auch Auflagen des Denkmalschutzes zum Tragen, diese können Maßnahmen auch zusätzlich verteuern. Es geht vornehmlich um den Ersatz von Fenstern und Wärmedämmung an Decken. In Alferde soll im nächsten Jahr der Kirchturm saniert werden.

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