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Acht OHG-Lehrer müssen an Grundschulen aushelfen

SPRINGE. Acht Lehrer des Otto-Hahn-Gymnasiums müssen pünktlich zum zweiten Halbjahr an Grundschulen aushelfen. Mit 61 Stunden stopfen die Gymnasiallehrer die Löcher in der Unterrichtsversorgung.

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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Mit gleich 20 Stunden wurde eine Kraft an die Grundschule in Bennigsen abgeordnet, berichtet OHG-Leiterin Dr. Kerstin Prietzel. Zwei Kollegen seien mit 13 Stunden zur Unterstützung an der Grundschule Eimbeckhausen. Gleich fünf Pädagogen sind es hingegen an der Grundschule Afferde, die für 28 Stunden im Landkreis Hameln, aber auch in Springe unterrichten.

Acht von den knapp 100 Lehrern am OHG sind somit abgeordnet worden – und das nicht nur im Stadtgebiet, sondern auch in benachbarte Landkreise. „Ich tausche mich auch mit anderen Gymnasialleitungen aus. Viele Lehrer können die Schulen zum Teil fußläufig erreichen, bei uns sind die Entfernungen im Vergleich doch extrem weit“, sagt Prietzel. Das führe dazu, dass sich die Einrichtungen intensiv absprechen müssten.

So mussten die Stundenplaner mit sechs anderen Schulen die Unterrichtszeiten abstimmen. Eine Pause für den Standortwechsel reiche ebenfalls nicht mehr aus, die Planer mussten eine ganze Schulschunde für die Fahrt einplanen. Eine konkrete Grenze für die Abordnungen gäbe es nicht – die Kräfte sollen dort eingesetzt werden, wo der Mangel am größten ist, sagt Prietzel. Ein neuer Lehrer, der jetzt ins OHG kommt, habe sogar noch Stunden an einer alten Schule, wo er aushelfen musste. Aber nicht nur das sei eine große Herausforderung.

Die OHG-Lehrer müssten an den Grundschulen andere Fächer unterrichten, ausgerichtet für jüngere Kinder. „Aber die Grundschulen nehmen die neuen Kollegen gut an die Hand, sie nehmen an Dienstbesprechungen teil, um alle kennenzulernen, schließlich ist es ein fremdes Gebiet.“

Dass jetzt so viele Lehrer abgeordnet werden müssen, ist „ein Dilemma, das sich über viele Jahre aufgebaut hat“, sagt Prietzel. Das Ausmaß sei „bedrückend“. Während Prietzel aber eher skeptisch ist, Quereinsteiger einzustellen, um den Unterrichtsausfall aufzufangen, wird das bereits an der Grundschule am Ebersberg umgesetzt, berichtet Leiterin Yvonne Pape. „Damit sind wir jetzt mit etwa 100 Prozent gut versorgt.“

Gut versorgt ist mittlerweile auch die Grundschule Bennigsen, sagt Rektorin Madlen Ludwig – und betont: „Bei uns hat das richtig gut geklappt.“ Grundsätzlich sei es aber der falsche Weg, Gymnasiallehrer abzuordnen. „Das kann keine Lösung sein, auch wenn wir hier prima klargekommen sind.“

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