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Abriss des maroden OHG-Gebäudes hat begonnen

SPRINGE. Die Freude ist groß bei Kerstin Prietzel, Schulleiterin des Otto-Hahn-Gymnasiums. Am Mittwoch hat der lang ersehnte Abriss des sogenannten Bunkers begonnen.

Endlich rollen die Bagger: Die Baufirma beginnt mit dem Abriss des Bunkers. Im kommenden Schuljahr soll die Raumnot mit Mobilbauten überbrückt werden. FOTO: MISCHER
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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Im September hatte Prietzel veranlasst, das marode Gebäude mit acht Unterrichtsräumen zu schließen. Immer wieder klagten Schüler und Lehrer über massive Kopfschmerzen nach dem Unterricht in dem Bunker – auch wenn die zahlreich durchgeführten Untersuchungen zu Schadstoff- und Schimmelbelastungen keinen Befund ergeben hatten. „Als ich den Bunker gesperrt hatte, war es nicht mein Plan, dass er abgerissen wird, aber ich bin froh, dass man zu der Erkenntnis gekommen ist, dass ein Abriss die bessere Lösung ist“, so Prietzel. Dort unterrichtet worden zu sein, sei für Schüler deprimierend gewesen. „So macht Bildung ganz sicher keine Freude.“ An einer Wand lief das Wasser herunter, in den Decken wohnten Mäuse – die Mängelliste war lang. Seit Ende der 1970er-Jahre steht der Erweiterungsbau auf dem Gelände – geplant als Provisorium, um dem damaligen Schüleransturm gerecht zu werden, blieb der Pavillon allerdings bis heute.

„Der Bunker ist eine unendliche Geschichte, ein Dauerproblem“, erinnert sich Prietzel. Auf ihrem PC habe sie erst vor Kurzem wieder alte Dateien entdeckt mit Fotos über Schimmelflecken, die besorgte Lehrer aufgenommen hatten. Bereits ihr Vorgänger habe die selben Beschwerden, etwa über den beißenden Geruch, aufgenommen. „Auch zu dem Zeitpunkt bestand immer die Vermutung und Sorge der Gesundheitsgefährdung“, berichtet Prietzel. Ende August hat sie den Schulausschuss während der öffentlichen Sitzung über die Probleme informiert. „Ich stelle mich nicht gerne hin und sage, dass die Schule im Eimer ist.“ Doch die einzige Reaktion im Ausschuss selbst sei die Antwort gewesen: „Ist alles gut.“ Wochenlang habe sie auf eine Reaktion gewartet – vergeblich. Nichts passierte. „Dann musste ich die Verantwortung übernehmen.“ Der Moment, als bei einem Rundgang mit dem Bauamt den Teilnehmern die Mäuse über den Köpfen liefen, werde sie nicht vergessen. Mit dem Abriss sei ihr nun ein großer Stein vom Herzen gefallen. „Jetzt muss es aber dringend weitergehen.“ Schließlich fehlen der Schule nun Unterrichtsräume. Derzeit arbeitet die Schule gemeinsam mit der Stadt an dem Zukunftskonzept „OHG 2030“, um unter anderem die Raumfrage zu klären. „Wir müssen uns fragen, wie das neue Konzept in das Gebäude passt. Sicher gibt es Bereiche, wo das nicht gehen wird, vielleicht muss dann auch ein Teilneubau in Betracht gezogen werden.“

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