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Nabu informiert über weitere Renaturierungspläne / Gewässer soll wieder zum Lebensraum für zahlreiche Arten werden

Ökologischer Zustand der Haller zwingt zum Handeln

Springe (si). Der ökologische Zustand von Springes Wappenflüsschen ist unbefriedigend. Der Naturschutzbund Springe will handeln und geeignete Habitatbedingungen schaffen. Das Gewässer soll zum Beispiel an der Hallermühle in Mittelrode durchgängig werden, damit Fische und Tiere leichter wandern können.

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Die Haller – sie speist mit ihrem Quellwasser die Brunnen der Stadt, schlängelt sich an Raher Berg, Volkspark, Alvesrode, Mittelrode, Hallerburg und Adensen vorbei, um nach 17 Kilometern in die Leine zu münden. Gemäß einer Europäischen Wasserrichtlinie soll ihr gesamter Verlauf bis 2015 in einen renaturierten Zustand versetzt werden.

Für das Teilstück zwischen Klärwerk und Kaiserallee ist dies bereits erfolgt. Wie es mit dem Gewässerentwicklungsplan weitergehen soll, darüber konnten sich gut 50 Zuhörer einer Vortragsveranstaltung informieren, zu der der Naturschutzbund (Nabu) eingeladen hatte. Gemeinsam mit der Stadt und den Realverbänden gehört er zu den Trägern der Maßnahme, die wiederum in enger Zusammenarbeit mit der Regions-Naturschutzbehörde und dem Leineverband durchgeführt wird. Die Naturschützer erhoffen sich vor allem eine ökologische Aufwertung ihres Areals rund um das Ziegeunerwäldchen am Hallerbruch. Zunächst sollen für den weiteren Gewässerverlauf mögliche Störeinflüsse und Belastungen ermittelt werden. Dieses könne, so die Planer von der Celleschen Ingenieurgesellschaft Heidt & Peters, nur im Einvernehmen mit allen Betroffenen und Eigentümern erfolgen. Erforderlich ist demnach eine Fülle an Maßnahmen, zu denen vorrangig eine Bestandsaufnahme des Ist-Zustands gehöre.

Bereits vorliegende Erkenntnisse zeigten, dass die in der Vergangenheit vorgenommenen Begradigungen am Flussverlauf zu erhöhten Fließgeschwindigkeiten und vermutlich auch zu einer Tiefenerosion geführt haben. Mischwassereinleitungen aus Kläranlagen und Abschwemmungen von Äckern könnten zudem den Stickstoff- und Salzgehalt erhöht haben.

Die Schutz- und Entwicklungsziele sehen uferbegleitend Säume mit Schwarz-Erle und Esche sowie Wurzelausbildung bis in die Gewässersohle vor. So sollen Lebensräume für Fischotter, Eisvogel, Bachforelle Elritze, Feuersalamander, Libellen, diverse Fliegen sowie die artenreiche Wirbellosenfauna geschaffen werden.

Soll bald auf ganzer Länge renaturiert sein: Springes Wappenflüsschen Haller – hier im Bereich der Kaiserallee.

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