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Deisterkessel: 35 Gründer setzten sich gegen Bebauungspläne ein

Ökologisch bedenklich – Initiative will Zersiedlungspolitik stoppen

Springe (mari). „Es ist nicht fünf vor zwölf – aber zehn vor“: Die „Bürgerinitiative gegen die Deisterkesselbebauung“ hat bei ihrer Gründungsversammlung beschlossen, eine Unterschriftensammlung zu starten. Die Listen sollen bis Anfang März ausliegen und anschließend der Stadtverwaltung und dem Rat übergeben werden.

Gegen ein Neubaugebiet im Deister: Hans-Jürgen Brandt trägt sich

Mit ihrem Protest wollen die 35 Gründungsmitglieder verhindern, dass zwischen Lichtem Tal und Jägerallee ein neues Wohngebiet entsteht. Sie befürchten, die neue Siedlung könne mindestens die Größe des Baugebiets „Fahrenbrink/Hamannsbruch“ erreichen. Die Gruppe hat allerdings nicht nur den Deisterkessel im Blick. Es geht ihr um mehr: „Wir wollen die Zersiedlungspolitik in der Kernstadt Springe stoppen“, erklärten die Initiatoren Uwe Lampe, Rudolf Rantzau und Jörg Wunder bei der Auftaktveranstaltung im Tennis-Clubheim.

Ein weiteres Wachstum in der Fläche sei aus ökologischer Sicht bedenklich. Wunder: „Die bebaute Fläche in Deutschland hat sich innerhalb von 60 Jahren verdoppelt.“ Das gefährde die Attraktivität der Innenstadt – und sei bei einem weiteren Bevölkerungsrückgang irgendwann für den Steuerzahler schlichtweg nicht mehr finanzierbar.

Die Bürgerinitiative unterstützt den Zuzug von Neubürgern. Aber: „Für junge Familien würden Bauplätze im

Deisterkessel wohl unerschwinglich sein“, glaubt Lampe. Viel sinnvoller sei daher ein Baulückenkataster für die Kernstadt.

Massiv unterstützt wird die Bürgerinitiative von Anwohnern des Großen Grabens. Sie wünschen sich eine bessere Vermarktung ihres Neubaugebietes. „Wir sind es leid, dass bei uns nichts passiert. Und wir sind es auch leid, dass uns eine Wahnsinnsidee nach der nächsten präsentiert wird“, ärgerte sich ein Hausbesitzer.

Nachdem die Hannover Region Grundstücksgesellschaft den möglichen Bau einer riesigen Photovoltaikanlage angekündigt hat, „rechnen wir als nächstes mit einem Güllekraftwerk oder einer forensischen Klinik“. Die Initiative will klären, wem das Land im Bereich Deisterkessel gehört. Sie vermutet, dass einige Politiker ein persönliches Interesse am Verkauf der Flächen haben. Nächstes Treffen der Bürgerinitiative ist am Freitag, 5. März, um 19.30 Uhr im Tennis-Clubheim.

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